Eisenhüttenstadt - Mehrere Hundert Menschen haben in Brandenburg am Wochenende gegen die Beschränkungen in der Corona-Pandemie protestiert – zu Fuß und im Auto. Rund 250 Menschen demonstrierten am Sonnabend in Cottbus nach Polizeiangaben auf einer Kundgebung der AfD gegen die Corona-Politik der Bundesregierung. In Potsdam wurde eine Demo zwar abgesagt, aber die Corona-Kritiker protestierten trotzdem. In Cottbus und Eisenhüttenstadt gab es außerdem jeweils einen Autokorso.

„Die Regierung herrscht, greift Grundrechte an und behandelt Kritiker wie Staatsfeinde“, sagte AfD-Bundestagsfraktionschef Alexander Gauland bei der Kundgebung in Cottbus. Die Corona-Politik ruiniere das Land, sagte der Vorsitzende der Brandenburger AfD-Landtagsfraktion, Hans-Christoph Berndt. „Alternative heißt, es geht ganz anders“, rief er mit Blick auf die Bundestagswahl. Der AfD-Kreisverband hatte die Veranstaltung angemeldet. Die meisten Teilnehmer hielten sich an die vorgegebenen Hygieneregeln.

In Potsdam protestierten etwa 150 Menschen nach Polizeiangaben trotz einer abgesagten Demo gegen die Corona-Beschränkungen. Der Veranstalter hatte die Aktion am Sonnabend unter dem Motto „Es reicht“ zuvor abgesagt, der Grund war unklar. Mehrere Gruppen von Menschen blieben aber zunächst auf dem Platz vor dem Brandenburger Tor stehen. Die Mehrheit trug keine Maske. Die Polizei entfernte Absperrungen, blieb aber zunächst dort. Einige Protest-Teilnehmer riefen: „Frieden, Freiheit, keine Diktatur“. Auch ein Transparent der AfD war zu sehen.

Menge reagiert mit Buh-Rufen auf Polizeidurchsage

Ein Sprecher der Polizei informierte die Besucher dann über die Absage der Demo und bat sie, die dort vorgeschriebenen Masken zu tragen. Die Menge reagierte darauf mit lauten Buh-Rufen. Danach setzte sich ein Protestzug in Bewegung, der durch die Innenstadt führte. Die Beamten beobachteten die Corona-Kritiker, griffen aber nicht ein. Der Protestmarsch verlief nach Angaben eines Polizeisprechers ohne Störungen.

Etwa 80 Fahrzeuge fuhren am Sonnabend bei einer Protestaktion durch die Cottbuser Innenstadt. Bis zu 150 Fahrzeuge machten am Sonnabend bei einem Autokorso gegen die Corona-Beschränkungen in Eisenhüttenstadt mit. Sie hätten mit Warnblinklicht und Hupen auf sich aufmerksam gemacht, teilte die Polizei am Sonntag mit. An einigen Fahrzeugen seien Deutschland-Fahnen und Luftballons in den Farben Schwarz, Rot und Gold angebracht gewesen. In Eisenhüttenstadt hatte es in den vergangenen Wochen ähnliche Protestaktionen gegeben.

Am Sonnabend demonstrierten, wie berichtet, auch rund 1000 Menschen in Berlin gegen die Auswirkungen der bestehenden Corona-Maßnahmen. Es handelte sich dabei um eine Kundgebung der Bewegung „Es reicht!“. Diese steht laut Selbstdarstellung im Internet für die freiheitlich-demokratische Grundordnung ein und fordert einen offenen Dialog zu Corona-Einschränkungen.