Berlin - Die Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Annette Kurschus, zieht in ihrer Heiligabend-Predigt Vergleiche zwischen der biblischen Weihnachtsgeschichte und der Corona-Pandemie. Die Weihnachtsgeschichte beginne mit einer Volkszählung, also „mit einem pandemischen, das ganze Volk betreffenden Befehl“, sagt Kurschus nach einer vorab verbreiteten EKD-Mitteilung. „Kaiser Augustus lässt zählen. Und da zählt nicht, ob du den Weg schaffst. Da zählt nicht, ob du ein Kind bekommst. Da zählt nicht, ob du eine Herberge findest.“

Heute würden die Menschen auf nie gekannte Weise erfahren, was es bedeute, der Macht der Zahl ausgeliefert zu sein: „Wie viele Infizierte? Wie viele Erkrankte? Wie viele Tote? Wie viele Intensivbetten? Wie viele Beatmungsgeräte? Wie lautet die Reproduktionszahl – und wie die Inzidenzzahl?“ Die Macht der Zahlen lasse viele vor Angst erstarren, so Kurschus. Die christliche Weihnachtsbotschaft laute jedoch, dass man trotz allem Hoffnung haben dürfe.