BerlinDie Kontrolle einer Produktionsstätte für Dönerfleisch in Neukölln hat Ende November für Wirbel gesorgt. Mitarbeiter der Polizei, des Ordnungsamts und des Landesamts für Arbeitsschutz hatten nach ihrer Kontrolle von erheblichen Mängeln und „ekelerregenden Zuständen“ gesprochen. Eine Maschine musste aus Gründen des Arbeitsschutzes zeitweise abgestellt werden. Jetzt spricht die Leitung der Produktionsstätte.

Eine Fachkraft für Arbeitssicherheit in der betroffenen Firma sagte der Berliner Zeitung: „Von ekelerregenden Zuständen kann keine Rede sein. Wir haben hohe Hygienestandards.“ Mitarbeiter betreten den Arbeitsplatz nach seiner Aussage „durch eine Schleuse, sie haben Arbeitskleidung, Arbeitsschuhe, Hauben für die Haare und auch Thermobekleidung“. Die Maschinen würden zudem „jeden Tag gereinigt“.

Der Betrieb sei zudem nicht geschlossen worden. Ja, bei der Kontrolle habe die Sicherheitseinrichtung in einer Maschine nicht richtig funktioniert, sagt der Mitarbeiter. Deswegen habe man sie kurzzeitig ab- und dann wieder angestellt. „Wenn wir mit großen Mengen Fleisch arbeiten, fließt Fleischsaft und auch Blut. Das ist nicht wie im OP oder wenn man sich zu Hause eine Bulette brät. Das kann für Außenstehende ungewohnt aussehen“, so der Mann weiter.

Christian Berg, Pressesprecher im Bezirksamt Neukölln, spricht auf Nachfrage von einem „komplizierten Sachverhalt“. Die Firma sei dem Bezirksamt bekannt. Wie andere Lebensmittelhersteller werde auch sie regelmäßig überprüft. Nach der letzten Kontrolle Ende November hatten die Behörden mitgeteilt: „Einzelne Bereiche der Produktion wiesen ekelerregende Zustände auf.“

Berg erklärt auf Nachfrage: „Das Wort ekelerregend ist in der Lebensmittelkontrolle ein feststehender, juristischer Begriff. Das heißt nicht, dass Gammelfleisch sofort in den Döner kommt, wie viele denken.“ Bei der Kontrolle am 24. November seien aber eben Mängel festgestellt worden. Der Pressesprecher weiter: „Der Betrieb wurde nicht geschlossen. Es ist aus unserer Sicht auch nicht erforderlich, dass wir den Betrieb länger schließen.“