Berlin - Aus dem Bürgeramt Wedding in der Osloer Straße sind Beschwerden über mangelnde Einhaltung von Hygienestandards bekannt geworden. Eine betroffene Person aus der Behörde berichtete auf rbb24 von erheblichen Problemen mit den Lüftungsmöglichkeiten vor Ort.

„Man kann sich den Lockdown sparen, wenn so inkonsequent gehandelt wird“, sagte sie in Hinblick auf fehlende Durchlüftungsmöglichkeiten im Wartebereich, keine reduzierten Fallbearbeitungen und die fehlende Möglichkeit zum Homeoffice.

Auch von Seiten der Gewerkschaft seien Vorwürfe erhoben worden. So erklärte Verdi-Landesbezirksfachbereichsleiter Erich Mendroch in Bezug auf eine fehlende Lüftung: „Das ist eine Sache, die überhaupt nicht geht.“ Er halte es für „fahrlässig“, Menschen in Räumen ohne Lüftungsmöglichkeit warten zu lassen.

Darüber hinaus beklagte der Gewerkschaftsvertreter, die technischen Voraussetzungen für eine Tätigkeit im Homeoffice seien in den Berliner Bezirksämtern derzeit mangelhaft - im Gegensatz beispielsweise zu Senatsämtern. „Es fehlt an nötiger Technik und mobilen Endgeräten“, so Mendroch. „Man hätte sich im ersten Lockdown darauf vorbereiten können, weil Homeoffice einen anderen Stellenwert bekommen hat“, sagte er.

Mendroch geht davon aus, dass es sich bei den beschriebenen Zuständen im Bürgeramt Wedding um einen Einzelfall handelt. Aber die Gewerkschaft habe noch nicht den gesamten Überblick über alle zwölf Bezirksämter. Sowohl Hygiene-Maßnahmen als auch Besuchszeiten und Regelungen zum Homeoffice würden in den einzelnen Ämtern sehr unterschiedlich gehandhabt.

Mendroch kritisierte weiter, dass es in Berlin keine einheitlichen Standards gebe. „Es gibt unter den Bürgermeister*innen keinen Konsens über ein einheitliches Vorgehen“, so der Gewerkschafter. Das Bezirksamt Mitte gab bekannt, es wolle die Hygienevorkehrungen im Bürgeramt Wedding überprüfen.