Berlin - Literaturkritikerin Elke Heidenreich hat sich zu den Geschehnissen rund um Grünen-Politikerin Sarah-Lee Heinrich geäußert. Am Dienstagabend schlug sich Heidenreich in der ZDF-Sendung Markus Lanz offenbar auf die Seite der Kritiker von Heinrich. Die kürzlich zur Bundessprecherin der Grünen Jugend gewählte Heinrich erlebt derzeit einen massiven Shitstorm angesichts vor Jahren abgesetzter Tweets, die rassistisch und sexistisch sein sollen. Zudem hat Heinrich als 14-Jährige unter anderem auf einen Hakenkreuz-Post mit „Heil“ geantwortet.

Heidenreich sagte nun über Heinrich, die bei Markus Lanz mit einem O-Ton – Heinrich spricht von einer „eklig weißen Mehrheitsgesellschaft“– vorgestellt wurde: „Sie hat überhaupt keine Sprache. Sie kann gar nicht sprechen, haben wir gerade gesehen. Das sind wieder Kinder, die nicht lesen, das ist diese Generation, von der ich immer wieder merke, wie sprachlos sie ist, wie unfähig mit Worten umzugehen.“ Und weiter: „Wenn einer aussieht wie sie, frage ich natürlich, wo kommst du her oder wo kommen Sie her – und zwar nicht, um sie zu diskriminieren.“ Die Schriftstellerin empfinde die Frage „Wo kommst du her?“ gegenüber Heinrich oder einem „netten, dunkelhäutigen Taxifahrer“ nicht als diskriminierend.

Heidenreich: Gendern ist „völlig unsinnig“

Die Äußerung „Heil“ kritisierte Heidenreich ebenfalls: „Es gibt gewisse Witze, die sind off the record, die gehen gar nicht.“ Heidenreich hält es zudem mit Blick auf die Wahl Heinrichs in ein Spitzenamt der Grünen Jugend für den falschen Weg, wenn man auf „Hauptsache divers, Hauptsache Quote“ setze.

Grünen-Politiker Jürgen Trittin wies darauf hin, dass „diese Menschen“ in bestimmten Positionen die permanete Frage nach der Herkunft als „Ausgrenzen und diskriminierend“ empfänden. Heidenreich äußerte sich in der Sendung zudem zum wiederholten Mal öffentlich zum Thema Gendern – dieses sei aus ihrer Sicht „völlig unsinnig“.

Bereits im Frühsommer hatte Heidenreich die Debatte befeuert: „Das ist alles ein verlogener Scheißdreck“, sagte sie in einem Podcast Ende Mai. Sie könne es nicht leiden, „die Sprache so zu verhunzen“. Dieses „feministische Getue“ sei doch „hysterisch“.