Twitter: Elon Musk lässt Nutzer über gesperrte Accounts abstimmen

Vor kurzem ließ Musk bereits über die Twitter-Freischaltung Donald Trumps votieren. Nun sollten die Nutzer über alle gesperrten Konten entscheiden.

Twitter-Chef Elon Musk
Twitter-Chef Elon Muskdpa/Patrick Pleul

Der neue Twitter-Besitzer Elon Musk hat die Nutzer des Kurznachrichtendienstes in einer Umfrage über die Freischaltung gesperrter Accounts abstimmen lassen. In einem Tweet fragte er, ob die Plattform betroffenen Nutzern eine „Generalamnestie“ anbieten solle. Ausgenommen von einer solchen Begnadigung seien Nutzer, die gegen Gesetze verstoßen oder Spam-Nachrichten verbreitet hätten.

Nutzer des Online-Dienstes konnten daher bis heute Abend mit „Ja“ oder „Nein“ abstimmen. Dem Wirtschaftsmagazin Forbes zufolge gingen innerhalb der ersten 45 Minuten mehr als 700.000 Stimmen ein. Am Donnerstagabend waren es mehr als drei Millionen. In einer ähnlichen Abstimmung hatte Musk bereits über die Freischaltung des Accounts des ehemaligen US-Präsidenten Donald Trump abstimmen lassen. Am vergangenen Samstag war das Profil nach einer 22-monatigen Sperre wieder freigegeben worden.

Twitter-Nutzer stimmen für „Generalamnestie“

Mehr als 72 Prozent der Nutzer befürworteten nun die Freischaltung gesperrter Accounts. Derartige Erhebungen sind jedoch nicht repräsentativ. Zugleich ist unklar, ob und wie viele Stimmen von automatisierten Accounts abgegeben wurden. Nach jüngsten Angaben kommt der Dienst auf mehr als 230 Millionen täglich aktive Nutzer.

Musk hatte Ende Oktober angekündigt, dass vor der Wiederaktivierung von Twitter-Konten ein Rat zum Umgang mit kontroversen Inhalten gebildet werden solle. In der vergangenen Woche ließ der Tech-Milliardär dann ohne ein solches Gremium  den Account des Ex-Präsidenten freischalten. Trump war im Januar 2021 dauerhaft von Twitter verbannt worden, nachdem er Sympathie für diejenigen seiner Anhänger bekundete hatte, die am 6. Januar den Sitz des US-Parlaments gestürmt hatten.

Musk kaufte Twitter Ende Oktober für rund 44 Milliarden Dollar. Seit der Übernahme macht dem Unternehmen unter anderem die Zurückhaltung großer Werbekunden zu schaffen. Werbeeinnahmen machten zuletzt rund 90 Prozent der Erlöse aus.