BerlinBerliner Mütter und Väter, die nach der Geburt ihrer Kinder eine Weile aus dem Job aussteigen, müssen nach wie vor teils monatelang auf ihr Elterngeld warten. Das geht aus einer Antwort der Familienverwaltung auf eine parlamentarische Anfrage der FDP hervor, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. Demnach beträgt die durchschnittliche Bearbeitungszeit berlinweit 6,7 Wochen.

Am langsamsten arbeitet Spandau mit zehn Wochen. In Friedrichshain-Kreuzberg, Pankow, Charlottenburg-Wilmersdorf und Neukölln dauert es bis zum Bescheid durchschnittlich neun Wochen. Besonders fix geht die Bearbeitung der Anträge in Steglitz-Zehlendorf mit zwei Wochen, Marzahn-Hellersdorf braucht drei Wochen.

Lange Wartezeiten beim Elterngeld sind schon lange ein Ärgernis für viele Berliner Familien. Die neue Übersicht zeigt, dass alle Bemühungen wie der Einsatz von mehr Personal nicht überall im gewünschten Maße fruchten. Teils sind nicht alle Stellen besetzt.

„Immer noch müssen Eltern in der Hälfte aller Bezirke mehr als zwei Monate auf Elterngeld warten“, kritisierte die frauenpolitische Sprecherin der FDP-Fraktion, Maren Jasper-Winter. „Viele Paare werden von finanziellen Einschränkungen durch die Corona-Pandemie getroffen, die durch eine rechtzeitige Auszahlung des Elterngeld abgemildert werden könnten.“ Senat und Bezirken ließen junge Eltern hier aber im Stich.

Zuletzt verzeichneten die Ämter jährlich rund 55.000 Anträge auf Elterngeld, in den ersten drei Quartalen 2020 waren es knapp 45.000. Etwa 70 Prozent davon stellten Mütter, rund 30 Prozent Väter.