Frankfurt (Main) - Die zuletzt scharf kritisierte Europäische Fußball-Union (UEFA) muss sich rund um die nächste EM-Endrunde 2024 in Deutschland auf mehr staatlichen Gegenwind bei brisanten Themen einstellen. Das hat Stephan Mayer, der parlamentarische Staatsekretär des Bundesinnenministeriums, deutlich gemacht.

Mayer kündigte im Deutschlandfunk an, sich von der UEFA „mit Sicherheit nicht erpressen zu lassen“. Man müsse Sportorganisationen wie die UEFA achten und respektieren, sagte Mayer: „Aber es wäre fatal, wenn sich westliche Demokratien unnötig unter Druck setzen lassen.“

UEFA drohte London mit Verlegung der Spiele, Spielorte ausgeschlossen

Dies war im Vorfeld und während des gerade zu Ende gegangenen Turniers geschehen. Zuerst hatte die UEFA im Frühjahr trotz der Corona-Pandemie eine Zuschauer-Garantie von den Gastgebern der paneuropäischen EM gefordert. Aus diesem Grund stand München als Spielort lange Zeit auf der Kippe, Dublin und Bilbao wurden wegen ihrer Weigerung sogar aussortiert.

Zudem hatte die UEFA dem Finalstandort London laut Medienberichten gedroht, die Spiele nach Budapest zu verlegen, wenn nicht mehr Fans zugelassen werden. In der Folge erlaubte die britische Regierung über 60.000 Zuschauer für die Halbfinals und das Endspiel.

UEFA auch wegen Regenbogen-Debatte in der Kritik

Wie zahlreiche Kritiker zuvor hat auch Mayer kein Verständnis für dieses Vorgehen. „Es lässt sich nicht bestreiten, dass sich durch die Fußball-Europameisterschaft das Infektionsgeschehen in sehr bedenklicher Weise beschleunigt hat“, sagte der CSU-Politiker: „Die UEFA macht es sich etwas leicht, wenn sie den Schwarzen Peter den Ausrichterländern zuschiebt.“ UEFA-Präsident Aleksander Ceferin hatte einen Zusammenhang zwischen der Zulassung von Zuschauern und steigenden Infektionszahlen in mehreren Teilnehmerländern bestritten.

Zudem wurde die UEFA kritisiert, da sie deutschen EM-Sponsoren Werbebanden in Regenbogenfarben verbot. Ende Juni gab die Fußball-Union noch an, Werbung in Regenbogenfarben zur Unterstützung der LGBTQI-Gemeinde zu begrüßen.