Amsterdam - Die Europäische Arzneimittelagentur hält den Nutzen des Corona-Impfstoffs von Astrazeneca bis zum Abschluss der laufenden Untersuchungen für größer als die Gefahren. Solange die Untersuchungen der EU-Behörde andauerten, sei man entschieden überzeugt, dass die Vorteile des Impfstoffs bei der Verhinderung von Covid-19 das Risiko überwögen, bekräftigte EMA-Chefin Emer Cooke am Dienstag. Am Donnerstag wolle die EMA eine Einschätzung zu möglichen Risiken und zur weiteren Verwendung abgeben.

Vorkommnisse von Erkrankungen nicht unerwartet

Deutschland hat die Impfungen mit dem Corona-Impfstoff von Astrazeneca zuletzt ausgesetzt. Hintergrund waren Berichte über Blutgerinnsel in zeitlichem Zusammenhang mit dem Impfprozess. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn sagte, man folge damit den Empfehlungen des Paul-Ehrlich-Institutes. Spahn sprach von sieben gemeldeten Fällen von Hirnvenen-Thrombosen in Deutschland bei 1,6 Millionen Impfungen mit Astrazeneca. Er hoffe, dass die EMA bis Ende der Woche entschieden habe, wie mit dem Vakzin weiter zu verfahren sei.

Cooke betonte nun, dass eine Situation wie diese nicht unerwartet sei. Wenn man Millionen Menschen impfe, sei es unausweichlich, dass man seltene oder ernsthafte Vorkommnisse von Erkrankungen habe, die nach der Impfung auftreten. Die EMA prüfe nun, ob dies tatsächlich eine Nebenwirkung sei oder Zufall. Es brauche dazu eine wissenschaftliche Bewertung. „Wir müssen zuerst die Fakten haben.“ Vorher könne man nicht zu einer Schlussfolgerung kommen.