Die Bundestagsabgeordnete Emilia Fester (Grüne) hat inter/nicht-binäre, transsexuelle Personen und Frauen dazu eingeladen, sie im Bundestag zu besuchen. Männer dürfen nicht kommen. Fester schreibt auf Instagram: „Berlin, Berlin, wir fahren nach Berlin! Du bist eine junge Frau (oder inter/nicht-binäre trans Person) im Alter von 18-35 und willst das politische Berlin entdecken? Dann sei dabei.“

Vom 22. bis 23. August können die genannten Personengruppen das Reichstagsgebäude besuchen und die Abgeordnete zu Gesprächen treffen. Zum Paket gehören auch Hin- und Rückfahrt aus Hamburg mit dem Zug, Hotelunterkunft und Verpflegung sowie Führungen in Museen und Gedenkstätten. Die Programmpunkte seien überdies „völlig kostenfrei“, schreibt Fester. Fester antwortet einer Nutzerin, dass es kein Problem sei, dass sie erst 16 sei.

Einige von Festers Followern freuen sich, doch das Posting stößt auch auf Kritik: „Pure Diskriminierung! Wo ist der Platz für Männer oder Menschen über 35 Jahren? Einfach unfassbar, was ihr abliefert“, schreibt ein Nutzer. Auf Facebook kommentiert eine Nutzerin den Beitrag so: „Junge Männer scheitern nicht mehr am Türsteher des angesagten Clubs, sondern an der Pforte des Reichstages. Weil sie männlich sind. Und Kinder wie Emilia Fester dort nur mit kategorisierten Gästen feiern, ‚völlig kostenfrei‘ versteht sich.“

Bei Instagram schreibt ein User: „Wenn du sowas auch mal für Männer machst, würde ich mich freuen. Viele Erfolg euch beiden Ende August :)“ Und an anderer Stelle heißt es: „Für die nächste öffentliche Einladung fände ich es sinnvoll (und hilfreich) zu begründen, warum man gewisse Personengruppen nicht dabei haben möchte bzw. warum man sich für Gruppe XY entschieden hat, in dem Fall junge Frauen von X-Y Jahren (für dieses Treffen kann ich nur spekulieren, dass Du gerade jungen Frauen die Politik näher bringen möchtest, da aktuell die Politik eher männerdominiert ist).

Der User weiter: „Die Begründung/en müssen dann auch nicht lang sein. Es sollte nur klar herauszulesen sein. Weil aufm ersten Blick liest es sich etwas diskriminierend, wenn man soweit denkt, dass selbst junge Leute männlichen Geschlechts ausgeladen sind, und am Ende hat man ggf. mehr Fragen, als Antworten. :) Dies als gutgemeinten Hinweis für die nächsten Male. :)“