Der Londoner High Court hat dem Emir von Dubai jeglichen direkten Kontakt zu den Kindern seiner Ex-Frau Prinzessin Haja Bint al-Hussein untersagt. Alle Entscheidungen über die ärztliche Versorgung der Kinder und ihrer Schulbildung lägen in der alleinigen Verantwortung der 47-jährigen Prinzessin, urteilte der Vorsitzende Richter der für das Familienrecht zuständigen Kammer am Donnerstag. Damit beendete er den jahrelangen Rechtsstreit zwischen dem Emir und seiner sechsten Frau.

In seinem Urteil warf Richter Andrew McFarlane dem 72-jährigen Emir erneut vor, seine Frau in einem Maße schikaniert und eingeschüchtert zu haben, wie es ihm in seiner Zeit am Familiengericht noch nicht untergekommen sei. Auch andere Mitglieder seiner Familie, die sich seinem Willen nicht gebeugt hätten, habe er zwanghaft zu beherrschen versucht.

„Potenzial für eine fortdauernde Schädigung der Kinder“ verringern

Mit seiner Entscheidung wolle er das „Potenzial für eine fortdauernde Schädigung der Kinder“ verringern, erklärte der Richter. Demnach darf Scheich Mohammed, der auch Vizepräsident und Regierungschef der Vereinigten Arabischen Emirate ist, nur indirekt - etwa durch Telefonate - mit seinen Kindern in Kontakt treten.

Die Prinzessin und Halbschwester des jordanischen Königs Abdullah II. hatte im Sommer 2019 international für Aufsehen gesorgt, als sie mit ihren zwei Kindern nach Großbritannien flüchtete. Als der Emir die Rückkehr der inzwischen 14-jährigen Tochter und seines zehnjährigen Sohns nach Dubai forderte, beantragte Prinzessin Haja das Sorgerecht und für sich selbst Schutz vor Übergriffen.

In einer ersten Reaktion bedankte sich die Prinzessin bei dem Gericht. Die vergangenen Jahre seien eine „furchtbare Reise“ gewesen. Ein Sprecher des Emirs erklärte, dass „er seine Kinder liebt“ und „sich immer um sie gekümmert und für sie gesorgt hat und dies auch immer tun wird“. Der Sprecher fügte hinzu, dass Scheich Mohammed weiterhin alle Vorwürfe aus dem Verfahren zurückweise.