Macron über Putin: „Er ist nicht unangenehm, das ist das Paradoxon“

Letzte Woche hat Frankreich beschlossen, der Ukraine leichte Kampfpanzer zu liefern. In einem Interview wurde der französische Präsident gefragt, was er von Putin halte.

Emmanuel Macron (l) und Wladimir Putin bei einem Treffen im Élyséepalast im Dezember 2019.
Emmanuel Macron (l) und Wladimir Putin bei einem Treffen im Élyséepalast im Dezember 2019.AP/Ludovic Marin

Frankreich wird der Ukraine „leichte Kampfpanzer“ liefern. Das habe der französische Staatschef Emmanuel Macron seinem ukrainischen Kollegen Wolodymyr Selenskyj zugesagt, teilte der Élyséepalast am Mittwoch nach einem Telefonat der beiden Präsidenten mit.

Als Gast der Sendung „Les Rencontres du Papotin“, die am Samstag auf France 2 ausgestrahlt wurde, wurde Emmanuel Macron zu Russlands Angriffskrieg und zu Wladimir Putin befragt. „Wenn man ihn trifft, ist er nicht unangenehm. Das ist das Paradoxon“, sagte er über den russischen Präsidenten.

„Ich denke, es gibt nichts, was den Beginn des Krieges rechtfertigt“, versicherte Emmanuel Macron. Putin „versuchte zu erklären, dass es die Ukraine war, die Russland bedrohte, und dass die Europäer und die Amerikaner durch die Ukraine die Sicherheit Russlands bedrohen wollten. Ich glaube, das ist falsch“, so Macron. „Er übernahm eine schreckliche Verantwortung für sich selbst, für sein Volk, für die Menschen in der Ukraine und für uns alle. So sehe ich die Lage.“

„Unsere Unterstützung für die Ukraine wird nicht nachlassen“

Bei dem Panzer soll es sich um den Spähpanzer AMX-10 RC handeln. Der Radpanzer mit großer Kanone wird vor allem zur Aufklärung eingesetzt. Wie viele Panzer Frankreich der Ukraine bis wann übergeben will, war zunächst noch unklar. Aus dem Élyséepalast hieß es, dies seien die ersten Kampfpanzer westlicher Bauart, die an die ukrainischen Streitkräfte geliefert würden.

„Bis zum Sieg, bis zur Rückkehr des Friedens in Europa wird unsere Unterstützung für die Ukraine nicht nachlassen“, schrieb Macron am Mittwochbend. Selenskyj dankte Macron auf Twitter für die Entscheidung. Man habe auch beschlossen, weiter gemeinsam zu arbeiten, um etwa die Luftabwehr der Ukraine zu stärken. Frankreich wollte weitere Details zu den Panzerlieferungen an die Ukraine später bekannt geben. Paris hat der Kiew bisher unter anderem 18 Caesar-Haubitzen sowie Panzerabwehrraketen des Typs Milan geliefert.