Dortmund - Bianka Bergler, Betreiberin eines Friseursalons in Dortmund, steht wegen des Lockdowns vor der Pleite. Ein emotionales Instagram-Video, in dem die Unternehmerin offen über ihre Verzweiflung über ausbleibende Corona-Hilfen spricht, kursiert im Internet – und stößt bei vielen Nutzern auf große Zustimmung. Bergler schildert in dem etwa fünf Minuten langen Film unter Tränen ihre Lage. Sie könne ihre Miete nicht zahlen, auch nicht den Lohn der fünf Mitarbeiter. Überbrückungshilfe, Kurzarbeitergeld, Hartz IV: Sie habe sich bemüht, jede mögliche Hilfe in Anspruch zu nehmen, sagt sie. Doch bislang sei kein Geld eingegangen.    

„Jahr für Jahr gehen wir hart arbeiten, kümmern uns um die Mitarbeiter, unsere Kunden, machen keinen Urlaub. Und jetzt werden wir alle im Stich gelassen“, sagt Bianka Bergler. Ihr Geschäftskonto sei mit 5000 Euro im Minus, auf ihrem privaten Konto sehe es nicht besser aus. Inzwischen gehe es um „existenzielle Dinge“ wie „Butter, Brot und Wasser“. Offene Briefe und Petitionen an Politiker hätten nichts gebracht, so Bergler. Erst seit Veröffentlichung ihres Internetvideos ändere sich etwas: „Ich bekomme so viele Anfragen von Leuten, denen es ähnlich geht“, sagte Bergler dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND).  

Kanzleramtschef Helge Braun (CDU) äußerte sich gegenüber dem Sender RTL zu dem Video. Er reagierte bestürzt auf die Schilderungen der Friseurmeisterin und betonte: „Wir müssen alles daran setzen, dass die Hilfen wirklich schnell ausgezahlt werden.“ Er kündigte an, beim Bundesarbeitsministerium in Erfahrung zu bringen, was es mit den ausstehenden Zahlungen des Kurzarbeitergeldes auf sich habe. 

Das Video, das in verschiedenen sozialen Medien verbreitet wird, wurde allein auf Instagram über eine Million Mal aufgerufen (Stand: 29. Januar).