Ende von Yeezy? Adidas distanziert sich von Kanye West

Nachdem der US-Rapper Adidas zuletzt mehrfach attackierte, will der Sportartikelhersteller die Zusammenarbeit auf den Prüfstand stellen.

Der US-Rapper Kanye West steht erneut in der Kritik. 
Der US-Rapper Kanye West steht erneut in der Kritik. AP/Evan Agostini

Die langjährige Partnerschaft des Sportartikelherstellers Adidas mit US-Rapper Kanye West steht offenbar auf der Kippe. Wie die Tagesschau berichtete, erklärte der deutsche Konzern am Donnerstagabend: „Nach wiederholten Versuchen, die Situation außerhalb der Öffentlichkeit zu klären, haben wir entschieden, die Partnerschaft auf den Prüfstand zu stellen.“

Eine erfolgreiche Partnerschaft beruhe auf gegenseitigem Respekt und gemeinsamen Werten. Der exzentrische US-Superstar hatte Adidas zuletzt vorgeworfen, sich nicht an Abmachungen und Verträge mit ihm gehalten zu haben. Generell fühle er sich bei Entscheidungen nicht genug eingebunden und fordere mehr Einfluss. Zudem klagte West, seine Ideen würden kopiert und von Adidas für eigene Markenprodukte verwendet.

Kanye Wests fragwürdiges politisches Engagement

Die Kollaboration des Rappers mit Adidas unter dem Namen „Yeezy“ begann im Februar 2015, als der erste Schuh auf den Markt gebracht wurde. Die Zusammenarbeit ist für beide Seiten lukrativ – mit rund zwei Milliarden US-Dollar Umsatz im Jahr 2022.

West geriet zuletzt in die Kritik, weil er auf der Pariser Fashion Week ein langärmliges T-Shirt mit dem Slogan „White Lives Matter“ trug. Die Organisation Anti-Defamation League stuft den Satz als rassistische Reaktion auf die „Black Lives Matter“-Bewegung ein, die sich gegen Gewalt gegen Schwarze einsetzt.

Im Mai 2020 war der Afroamerikaner George Floyd bei einem brutalen Polizeieinsatz in den USA getötet worden. Unter dem Motto „Black Lives Matter“ kam es danach monatelang zu landesweiten Massendemonstrationen gegen Polizeigewalt und Rassismus.

Der Rapper äußert sich auch immer wieder politisch. Kanye West war einer von wenigen populären Künstlern, die den früheren US-Präsidenten Donald Trump öffentlich unterstützten. 2018 traf er Trump im Weißen Haus und trug dabei eine Baseballmütze mit dessen Wahlkampfslogan „Make America Great Again“. 2020 bewarb sich West selbst für das Amt des US-Präsidenten. Wegen verpasster Anmeldefristen schaffte er es jedoch in den meisten Staaten nicht auf den Wahlzettel.