Berliner IHK zu Gasknappheit: „Wir müssten die Schwimmbäder schließen“

Die Industrie- und Handelskammer Berlin stellt den Betrieb von Schwimmbädern infrage. Sie fordert: „Ihr müsst jetzt in den See springen, um Gas zu sparen.“

Abkühlung im Freibad ist energieintensiv. Die Berliner IHK findet, dass man die Bäder eigentlich schließen müsste. (Symbolbild)
Abkühlung im Freibad ist energieintensiv. Die Berliner IHK findet, dass man die Bäder eigentlich schließen müsste. (Symbolbild)dpa/Annette Riedl

Angesichts einer drohenden Gasknappheit muss es aus Sicht der Berliner Industrie- und Handelskammer (IHK) aktuell mehr Einsparungen geben. „Wir müssten eigentlich die Schwimmbäder schließen und den Leuten sagen: Ihr müsst jetzt in den See springen, um Gas zu sparen“, sagte IHK-Hauptgeschäftsführer Jan Eder am Montag RBB-Inforadio. Vom Senat forderte er ein Konzept, das die Industrie unterstützt. Wichtig seien „Überbrückung und Unterstützung“.

Vor allem müsse die Rechtslage geändert werden, so dass eher generell mehr Energie eingespart werden könne, statt Betriebe abzuschalten. So habe jedes Unternehmen eine Chance, auf dem Markt zu bleiben.

IHK Berlin warnt vor Abschaltkaskaden

In der Berliner Industrie sind laut IHK etwa 50.000 Arbeitsplätze – rund die Hälfte des verarbeitenden Gewerbes – von der Gasversorgung abhängig. Wenn diese schärfer vom Gasliefermangel betroffen wären, seien die Folgen immens.

„Was für die Wirtschaft und aus Sicht der IHK in Berlin vermieden werden muss, sind die angekündigten Abschaltkaskaden“, sagte Eder mit Blick auf die Belieferung nach Prioritäten, wie sie das Energiesicherheitsgesetz vorsieht. „Was nützt es, wenn mein Badezimmer nach wie vor mollig warm ist, ich aber meinen Arbeitsplatz verloren habe“, sagte Eder. „Jeder muss einen Beitrag leisten.“