Ein Fünftel der Krankenhäuser könnte langen Blackout nicht überbrücken

Durch eine Notstromversorgung können alle Krankenhäuser für einige Stunden ohne externen Strom auskommen. Bei längeren Blackouts wird es jedoch kritisch.

Ein Schild weist auf die Notaufnahme in einem Krankenhaus hin. 
Ein Schild weist auf die Notaufnahme in einem Krankenhaus hin. dpa/Julian Stratenschulte

Angesichts der aktuellen Energiekrise wird über die Versorgungssicherheit in Deutschland diskutiert. Auch Krankenhäuser sind davon betroffen. Wie eine Befragung des Deutschen Krankenhaus-Instituts (DKI) ergab, sind nicht alle Kliniken gut auf einen längeren Blackout vorbereitet.

Zwar ist jedes Krankenhaus in Deutschland in der Lage, durch die Notstromversorgung kurzfristige Stromausfälle gut zu überbrücken. Käme es jedoch zu längeren Blackouts, würde dies einigen Kliniken Probleme bereiten. Wie das DKI herausfand, könnten 21 Prozent der befragten Krankenhäuser einen Stromausfall bloß für wenige Stunden bis einen Tag überbrücken. 

Entlastungspaket für Krankenhäuser geplant

Mehr als die Hälfte (59 Prozent) kann einen Blackout für wenige Tage überbrücken. Nur rund ein Fünftel (21 Prozent) ist in der Lage, Stromausfälle eine Woche und länger zu überbrücken. Im Falle eines solchen mehrtägigen Blackouts könnte die Patientenversorgung umfassend im bisherigen Umfang nur in 14 Prozent der Kliniken sichergestellt werden. Sieben Prozent müssten die Versorgung vollständig einstellen.

Rund 40 Prozent der Häuser könnten ihre Patienten nur mit deutlichen Einschränkungen versorgen oder nur die Notfallversorgung garantieren. An der Blitzumfrage nahmen bundesweit 288 Krankenhäuser ab 50 Betten teil.

Angesichts der Energiekrise plant die Ampelkoalition auch für Krankenhäuser ein großes Entlastungspaket. „Wir wollen nicht, dass die Krankenhäuser im Herbst schließen müssen, weil die Energie nicht bezahlbar ist“, so der Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD).