Die Grünen haben Vorschläge des bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder (CSU) für eine längere Nutzung der verbliebenen Atommeiler als „hanebüchen“ bezeichnet. Der Parteivorsitzende der Grünen, Omid Nouripour, sagte am Montag in Berlin, er würde Söder „empfehlen, einmal mit den Zuständigen auch in den Betrieben zu sprechen, bevor er wirklich jenseits aller Fakten Vorschläge macht“. Was Söder da mache, sei „eindeutig ideologisch und, ehrlich gesagt, hanebüchen“.

Nouripour: Kohlekraft als Alternative „nicht schön, aber machbar“

Die CSU hatte zuvor ihre Forderung nach einer Laufzeitverlängerung für Atomkraftwerke bis mindestens 2024 bekräftigt. „Es ist ein Gebot der Stunde, hier energiepolitische Vernunft zu zeigen“, sagte Söder. Ferner solle der Ausbau der Erneuerbaren Energien massiv vorangetrieben werden.

Gegen eine verlängerte Laufzeit der verbliebenen drei Atomkraftwerke gebe es zahlreiche Argumente, führte der Grünen-Vorsitzende weiter aus. Beispielsweise fehle es an Brennelementen. Diese wären auch kurzfristig nicht zu beschaffen. „Durch die Art und Weise, wie die russische Seite nicht nur den Krieg führt, sondern jetzt auch Gas als Waffe einsetzt, ist unsere Energiesicherheit bedroht“, sagte der Co-Parteivorsitzende. In so einer Lage sei es zwar „nicht schön, aber machbar“, Kohlekraftwerke weiterlaufen zu lassen. Der Weiterbetrieb der drei Atomkraftwerke sei dagegen schlicht nicht machbar.