London - In der Corona-Pandemie setzen zahlreiche Menschen in England und Wales das Virus als Waffe gegen Polizisten ein. Einer Umfrage zufolge wurde rund ein Fünftel der Beamten (21 Prozent) im Dienst von einem mutmaßlich Infizierten angespuckt, knapp ein Viertel (24 Prozent) wurden angehustet oder angeatmet. Sogar fast ein Drittel der Polizisten wurde mit Spucken, Husten oder Anatmen bedroht.

Der Anteil der Corona-Fälle innerhalb der Polizei ist demnach sehr hoch. So war etwa jeder Vierte (26 Prozent) infiziert, knapp die Hälfte der Betroffenen (46 Prozent) vermutet, sich im Dienst angesteckt zu haben. An der Umfrage beteiligten sich etwa 12.500 der mehr als 125.000 Mitglieder. Demnach sind mehr als die Hälfte der Polizisten (55 Prozent) im vergangenen Jahr während eines Einsatzes körperlich – ohne Waffengewalt – angegriffen worden. Die Umfrage ergab, dass sich die Beamten unterbewertet fühlen, kaum Zeit für Pausen haben und mit Stress und psychischen Problemen kämpfen.

„Die zunehmende Gewalt, der Polizisten ausgesetzt sind, insbesondere die Verwendung des Virus als Waffe, stellt eine traurige Anklage gegen die Gesellschaft dar, in der wir leben“, sagte Gewerkschaftschef John Apter. Er forderte die Regierung auf, Polizisten den Schutz zuzuteilen, der ihnen gebühre. Dazu zähle auch, sie bevorzugt gegen das Coronavirus zu impfen. Die Londoner Polizei hatte jüngst mitgeteilt, dass in den vergangenen zwei Wochen insgesamt fünf Beamte an oder mit Covid-19 gestorben seien.