England: Krankenschwester soll sieben Neugeborene getötet haben

In einer britischen Klinik häuften sich Todesfälle von Säuglingen. Eine Pflegerin muss sich nun vor Gericht verantworten.

Eine Gerichtszeichnung zeigt die Beschuldigte auf der Anklagebank.
Eine Gerichtszeichnung zeigt die Beschuldigte auf der Anklagebank.AP/Elizabeth Cook

Eine britische Säuglingskrankenschwester muss sich wegen des mutmaßlichen Mordes an sieben Babys auf einer Neugeborenenstation und versuchten Mordes in zehn weiteren Fällen vor Gericht verantworten. Die Anklage wirft der 32-Jährigen vor, zwischen Juni 2015 und Juni 2016 im Countess of Chester Hospital im nordwestenglischen Chester fünf Jungen und zwei Mädchen getötet zu haben.

Die Neugeborenen-Sterblichkeit auf der Station sei bis 2015 völlig normal gewesen, dann aber „erheblich“ angestiegen, sagte Staatsanwalt Nick Johnson in seinem Eröffnungsplädoyer zum Prozessbeginn am Montag. Bei den insgesamt 17 Fällen habe es sich keineswegs um „normale Tragödien“ gehandelt. „Sie alle waren das Werk der Frau, die jetzt auf der Anklagebank sitzt“, betonte Johnson.

Säuglinge mutmaßlich mit Insulin vergiftet

Der Gesundheitszustand der betroffenen Babys habe sich demnach unerwartet schnell verschlechtert und in einigen Fällen plötzlich rapide wieder verbessert. Zwei Säuglinge, so erklärte Johnson vor Gericht, seien von der Angeklagten nur zwei Tage nach ihrer Geburt „absichtlich mit Insulin vergiftet“ worden. Beide Jungen überlebten letztlich, die plötzlich auftretenden Beschwerden seien jedoch zunächst unerklärlich gewesen.

Bei der Suche nach der Ursache für die zahlreichen Zwischenfälle und Todesfälle habe sich schließlich eine Gemeinsamkeit gezeigt: Alle hätten sich ereignet, während die nun vor Gericht stehende Krankenschwester im Dienst war. Dem Staatsanwalt zufolge häuften sich die Todes- und Zwischenfälle zunächst in den Nachtschichten der Angeklagten – als sie dann in die Tagschicht gewechselt sei, hätten sich auch die Todesfälle plötzlich tagsüber ereignet. Wann es zur Urteilsverkündung kommen könnte, ist noch nicht absehbar.