Die Leipziger Straße in Mitte.
Foto: Imago Images/Jürgen Ritter

BerlinAls eines der bedeutendsten Neubauviertel Ost-Berlins und zentraler Wohnort der Hauptstadt wird das Ensemble rund um die Leipziger Straße unter Schutz gestellt. Damit sollen unerwünschte bauliche Veränderungen verhindert werden, heißt es laut dpa in einem Erlass des Bezirksamts Mitte, der am Montag veröffentlicht wurde. Das Gebiet reicht von der Charlottenstraße im Westen und der Kronenstraße im Norden mit Verlängerung bis zur Niederwallstraße und zur Krausenstraße im Süden.

Bauvorhaben, die das städtebauliche Bild beeinträchtigen, können demnach abgelehnt werden. Frühere Pläne zur Neugestaltung des Gebiets würden verworfen.

Das Bezirksamt hatte als Grundlage für die Entscheidung ein Architektur-Gutachten in Auftrag gegeben. Darin heißt es, die Verbindung von Hochhaus und Flachbau wie in der Leipziger Straße sei eine Errungenschaft moderner Stadtorganisation.

Das Ensemble Leipziger Straße blicke auf eine widersprüchliche Geschichte zurück, heißt es in dem Gutachten. Nach der Zerstörung im Zweiten Weltkrieg habe die einstige Geschäftsstraße verloren. Durch die Teilung der Stadt sei das Areal an den Rand Ost-Berlins gerückt. Entscheidender Impuls für die Neubauten sei der von der DDR als politische Provokation verstandene Neubau des Verlagshauses Axel Springer an der Westseite der Berliner Mauer gewesen.