Erdogan will Nato-Beitritte von Schweden und Finnland erneut blockieren

Der türkische Präsident Erdogan betont, dass die beiden Länder erst ihre Versprechen einhalten müssen. Dann werde die Türkei eventuell zustimmen. 

1. Oktober 2022 in Ankara: Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan spricht vor der Großen Nationalversammlung. 
1. Oktober 2022 in Ankara: Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan spricht vor der Großen Nationalversammlung. AFP/Adem Altan

Die Türkei will den Nato-Beitritten Schwedens und Finnlands nach Angaben von Präsident Recep Tayyip Erdogan erst dann zustimmen, wenn die Länder „ihre Versprechen einhalten“. „Solange die Versprechen nicht eingelöst werden, behalten wir unsere Position bei“, sagte Erdogan am Samstag in einer Rede vor dem Parlament in Ankara. Die Türkei verfolge genau, ob Schweden und Finnland die von der Türkei gestellten Forderungen erfüllten oder nicht.

Schweden und Finnland hatten nach dem russischen Angriff auf die Ukraine mit ihrer jahrzehntelangen Tradition der militärischen Bündnisneutralität gebrochen und im Mai einen Antrag auf Nato-Mitgliedschaft gestellt. Die Türkei hatte die Nato-Beitrittsverhandlungen der beiden skandinavischen Länder anfangs blockiert. Sie wirft ihnen vor, Mitglieder der verbotenen Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) zu unterstützen.

Auf dem Nato-Gipfel in Madrid Ende Juni hatte Erdogan seinen Widerstand gegen die Aufnahme der beiden Länder aufgegeben und diese aufgefordert, „ihren Beitrag“ im Kampf gegen kurdische Organisationen im Norden Syriens zu leisten. Die Türkei verlangt unter anderem die Auslieferung von dutzenden „Terror“-Verdächtigen. Jedes der 30 Nato-Mitgliedsländer muss den Beitritt ratifizieren. Nur die Zustimmung von Ungarn und der Türkei steht noch aus.