Argentinien: Ermittlungen wegen Menschenhandels gegen Maradona-Umfeld

2001 brachten Männer aus Maradonas Umfeld die damals 16-Jährige für mehrere Wochen nach Argentinien. Dort soll sie in einem Hotel festgehalten worden sein.

Mavys Alvarez trifft im Justizministerium ein, um im Rahmen einer Untersuchung über mutmaßlichen Menschenhandel durch Personen aus dem Umfeld des verstorbenen argentinischen Fußballstars Maradona auszusagen. 
Mavys Alvarez trifft im Justizministerium ein, um im Rahmen einer Untersuchung über mutmaßlichen Menschenhandel durch Personen aus dem Umfeld des verstorbenen argentinischen Fußballstars Maradona auszusagen. AP/Gustavo Garello

Buenos Aires - Wenige Tage vor dem ersten Todestag der argentinischen Fußballlegende Diego Maradona nehmen die Ermittlungen gegen ehemalige Vertrauensleute des Weltstars wegen Menschenhandels Fahrt auf. Das mutmaßliche Opfer Mavys Álvarez machte am Donnerstag vor einem Gericht in Buenos Aires seine Aussage, wie lokale Medien berichteten.

Maradona hatte Álvarez als Minderjährige in Kuba kennengelernt und eine Affäre mit ihr angefangen. 2001 brachten Männer aus dem Umfeld des Fußballstars die damals 16-jährige Kubanerin für mehrere Wochen nach Argentinien. Sie habe damals nur in Begleitung von Vertrauten von Maradona ihr Hotelzimmer verlassen dürfen, ließ sie durch ihre Anwälte mitteilen. Außerdem sei sie zu einer Brustvergrößerung und zum Drogenkonsum gedrängt worden.

Maradona war am 25. November vergangenen Jahres in einer privaten Wohnanlage nördlich von Buenos Aires an einem Herzinfarkt gestorben. Nach seinem Tod nahm die Staatsanwaltschaft Ermittlungen gegen die behandelnden Ärzte und das Pflegepersonal auf. Zudem überziehen sich Maradonas Töchter, ehemalige Wegbegleiter und sein früherer Anwalt gegenseitig immer wieder mit schweren Vorwürfen.