Berlin - Nach dem Tod eines Obdachlosen in Berlin wird gegen Polizisten wegen des Verdachts der Körperverletzung mit Todesfolge ermittelt. Im Rahmen des Verfahrens solle geklärt werden, ob Maßnahmen bei einem Einsatz im vergangenen April ursächlich für den Tod des Mannes gewesen sein könnten, hieß es am Dienstag in einer gemeinsamen Mitteilung von Staatsanwaltschaft und Polizei. Das Obduktionsergebnis sei nicht ganz eindeutig gewesen, erklärte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft. Der 39-Jährige war laut Behörden am 27. April in einem Krankenhaus gestorben, nachdem er zuvor bei dem Einsatz in Treptow-Köpenick kollabiert und reanimiert worden war.

Nach damaligen Angaben der Polizei waren Polizistinnen und Polizisten am Abend des 20. April wegen Hausfriedensbruchs in den Ortsteil Niederschöneweide gerufen worden. Im Treppenhaus hätten sich drei Obdachlose aufgehalten. Zwei Männer seien der Aufforderung gefolgt, den Ort zu verlassen.

Der dritte Mann habe sich jedoch gewehrt, mit einer Glasflasche nach den Beamten geworfen sowie nach ihnen getreten und geschlagen. Diese hätten Reizgas eingesetzt und den Mann fixiert. Der alkoholisierte 39-Jährige habe sich weiter gewehrt, dann aber plötzlich unter Atemnot gelitten und sei bewusstlos geworden. Die Polizisten hätten den Mann reanimieren können und er sei im Rettungswagen in ein Krankenhaus gebracht worden. Nach Behördenangaben erlitten eine Polizistin sowie ein Polizist selbst Augen- und Atemwegsreizungen.

Nach dem Tod des 39-Jährigen wurde dessen Leiche obduziert. Anfang Juni sei das Verfahren gegen die Beamten eingeleitet worden, hieß es. Wie üblich in solchen Fällen ermittle nun eine Mordkommission des Landeskriminalamtes. Die betroffenen Polizisten sind währenddessen weiter im Dienst, wie die Polizei auf Anfrage mitteilte.