BesançonIn Frankreich ist eine 19-jährige Studentin, die im Internet die Ermordung des Lehrers Samuel Paty begrüßt hatte, zu einer viermonatigen Bewährungsstrafe verurteilt worden. Die Strafe wurde in dem Schnellverfahren wegen „Verteidigung des Terrorismus“ verhängt. 

Die Biologiestudentin muss außerdem ein sechsmonatiges Praktikum absolvieren, in dem sie über die Grundwerte des französischen Staates unterrichtet wird. Sie hatte auf Facebook geschrieben, der Geschichtslehrer habe es zwar nicht verdient gehabt, enthauptet zu werden, „aber zu sterben, ja“. Aufgrund des Hinweises eines anderen Nutzers wurde sie an ihrer Universität festgenommen.

Vor Gericht zeigte sich die Frau reuig: „Ich bedauere, dass ich diesen Kommentar geschrieben habe, ich entschuldige mich dafür“. Sie habe die Worte „zu schnell“ und „ohne nachzudenken“ geschrieben. Sie verwies darauf, dass sie ihre Botschaft später selbst gelöscht habe.

Auch ein Gefängnisinsasse in Amiens wurde Berichten nach zu einer Verlängerung seiner Haftstrafe um acht Monate verurteilt, weil er sich positiv über die Tat geäußert habe. Der 43-Jährige habe in einem Gespräch gesagt, dass Paty den Tod verdient habe, so der Radiosender France Bleu. Auch der Mann wurde demnach wegen „Verteidigung von Terrorismus“ verurteilt.

Am Freitag war bekanntgegeben worden, dass nach dem Mord insgesamt 27 Menschen wegen mutmaßlich illegaler Internetinhalte festgenommen worden seien. Der Lehrer wurde am Mittwoch von Präsident Emmanuel Macron bei einer nationalen Gedenkveranstaltung als „stiller Held“ geehrt worden. 

Paty hatte seinen Schülern Mohammed-Karikaturen gezeigt, als es um das Thema Meinungsfreiheit ging. Die Bilder hatte die Satirezeitung Charlie Hebdo veröffentlicht, auf deren Redaktion in Paris wegen der Karikaturen im Jahr 2015 ein Anschlag verübt wurde, bei dem zwölf Menschen starben.