Erneut Blockaden der „Letzten Generation“: Aktivisten versenken Finger in Rohren

Auch am Freitag störten Aktivisten wieder den Berliner Verkehr. Dieses Mal klebten sie nicht nur an der Fahrbahn, sondern befestigten auch einzelne Finger in Rohren von Schilderbrücken.

Die Aktivisten befestigten am Freitag einzelne Finger in kleinen Rohrkonstruktionen von Schilderbrücken.
Die Aktivisten befestigten am Freitag einzelne Finger in kleinen Rohrkonstruktionen von Schilderbrücken.Pressefoto „Letzte Generation“

Die Blockaden der „Letzten Generation“ in Berlin reißen nicht ab. Die Klimaaktivisten  störten auch am Freitag wieder den Berliner Verkehr. Am Morgen hatten sie sich auf mehreren Schilderbrücken der A100 mit sogenannten „Fingerlocks“ an die Brückenkonstruktion gekettet, wie sie mitteilten. Dazu befestigten sie einzelne Finger in kleinen Rohrkonstruktionen. Einige liefen zudem mit Plakaten die gestauten Autoreihen entlang. An der Abfahrt Kaiserdamm sowie am Innsbrucker Platz kam es zu teils langen Staus, laut Polizei konnten die Strecken erst am frühen Nachmittag wieder komplett freigegeben werden. 

Weitere Aktionen gab es an der Torstraße/Ecke Schönhauser Allee sowie Landsberger Allee/Ecke Danziger Straße und an zwei Stellen auf dem Mehringdamm. Nach Angaben der Polizeisprecherin waren insgesamt mindestens 25 Menschen beteiligt.

„Letzte Generation“: Tägliche Protestaktionen in der Hauptstadt

Die Klimaschutz-Protestgruppe „Letzte Generation“ hat zuletzt fast täglich mit Blockaden für erhebliche Behinderungen auf Berlins Straßen gesorgt. In den vergangenen Monaten hatte die Polizei viele Autobahnausfahrten im Visier und einige Blockaden verhindert. Vermutlich deswegen konzentrieren sich die Demonstranten nun verstärkt auf große Kreuzungen in der Stadt.

Zuletzt sorgten Attacken auf Kunstwerke für Schlagzeilen – und Empörung. So hatten etwa Aktivisten am vergangenen Sonntag im Potsdamer Museum Barberini Kartoffelbrei gegen das mit Glas geschützte Gemälde „Getreideschober“ (1890) des französischen Impressionisten Claude Monet gespritzt und entschlossenere Maßnahmen gegen den Klimawandel gefordert.

Gebühr fürs Loslösen von der Straße kann 241 Euro betragen

Nach Angaben der Berliner Polizei gab es seit 24. Januar in der Hauptstadt bislang rund 240 Aktionen von Klimademonstranten. Müssen Polizistinnen und Polizisten angeklebte Aktivisten von der Straße ablösen, sollen diese in bestimmten Fällen dafür zahlen. Die rechtlichen Anforderungen dafür seien aber in der Praxis hoch, erklärte eine Sprecherin.

Es müsse eine gewisse Gefährdungsvorlage vorliegen – etwa, wenn ein Krankenwagen nicht durchkomme. 408 solcher Verfahren seien bis zum 21. Oktober in Bearbeitung gewesen, teilte die Polizeisprecherin mit. 102 Bescheide seien bislang erlassen worden. In diesen Fällen habe die Gebühr jeweils 241 Euro betragen, so die Sprecherin.  (mit dpa)