Tokio - Die Organisatoren der Olympischen Sommerspiele in Tokio haben beim landesweiten Fackellauf den ersten offiziellen Coronafall zu verzeichnen. Bei dem Infizierten handele es sich um einen mit der Verkehrsregelung in der südwestlichen Präfektur Kagawa beauftragten Polizisten in den 30ern, erklärten die Veranstalter. Er sei einen Tag nach Dienstantritt positiv auf das Coronavirus getestet worden. Der Mann habe eine Maske getragen und den Sicherheitsabstand eingehalten.

Man werde „mit den medizinischen Behörden zusammenzuarbeiten, um die notwendigen Vorsichtsmaßnahmen für einen sicheren Fackellauf zu treffen“, hieß es weiter. Die Veranstaltung war zuvor bereits in einigen Gebieten des Landes aus Angst vor der Verbreitung des Coronavirus abgesagt oder von belebten Straßen verbannt worden.

Aktuell äußerte die Stadt Kyoto Bedenken. Lokale Medien berichteten, dass die Stadtoberen darum bitten wollten, die Veranstaltung abseits öffentlicher Straßen abzuhalten. Die Tageszeitung Asahi berichtete, dass Kyoto vorschlagen könnte, den Staffellauf innerhalb des Nijo-Schlosses abzuhalten – einer UNESCO-Weltkulturerbestätte.

Der Plan der Organisatoren sah vor, dass der Fackellauf auf dem Weg zur Eröffnungsfeier im neuen Olympiastadion von Tokio am 23. Juli durch alle 47 Präfekturen des Landes führt. Etwa 10.000 Läuferinnen und Läufer sollten zum Einsatz kommen. Das Hygieneprotokoll sieht unter anderem vor, den Lauf zu unterbrechen, sollten sich zu viele Zuschauer an einem Ort versammeln. Der Fackellauf begann am 25. März.

Unterdessen wurde in Tokio und Osaka angesichts wieder steigender Infektionszahlen in Folge neuer Virus-Varianten zum dritten Mal der Corona-Notstand verhängt. Am Donnerstag registrierte die japanische Hauptstadt 861 Neuinfektionen innerhalb von 24 Stunden. Experten warnen, dass es in den nächsten Wochen zu einem weiteren starken Infektionsanstieg kommen könnte.

Japans Olympia-Macher halten dennoch an den Olympia-Plänen in Tokio fest. Sie wollen wegen der wieder steigenden Corona-Infektionen mit einer Entscheidung über die Zulassung heimischer Zuschauer noch länger als geplant warten. Ein Beschluss könne womöglich erst im Juni fallen, bestätigte Organisationschefin Seiko Hashimoto. „Ich glaube, wir brauchen etwas mehr Zeit, um ein genaues Urteil fällen zu können“, sagte er.

Eigentlich sollte noch in diesem Monat über die Frage entschieden werden. Ausländische Fans und die Familien internationaler Athleten hatten Japans Olympia-Macher bereits zuvor ausgeschlossen.