Berlin - Die Einwohnerzahl Berlins ist im ersten Halbjahr 2021 erneut leicht gesunken. Wie das Statistische Landesamt am Mittwoch mitteilte, hatten 3.766.082 Menschen am 30. Juni ihren Hauptwohnsitz in der Stadt. Das waren 3880 Menschen weniger als noch vor einem halben Jahr.

Nach Angaben der Behörde ging die Zahl der deutschen Bewohner um 8487 zurück, die der ausländischen Bewohner nahm um 4607 zu. Die Gruppe mit dem größten Zuwachs seien Inderinnen und Inder gewesen (1400 Menschen mehr). Stärkere Zunahmen gab es auch bei Menschen aus Syrien, Vietnam, Rumänien und Afghanistan.

35,6 Prozent der Berliner haben Migrationshintergrund

Im ersten Halbjahr 2020 war die Einwohnerzahl der Bundeshauptstadt erstmals seit 2013 zurückgegangen. Damals sank die Zahl um 7039. Im zweiten Halbjahr glich sich das dann wieder aus. Zum Ende des Jahres gab es im Vergleich zum Vorjahresende ein Plus von 467 Menschen.

In den zehn vorangegangenen Jahren war Berlin kontinuierlich um jährlich bis zu 60.000 Menschen gewachsen, 2019 gab es noch ein Plus von rund 20.000. Von 2009 bis 2019 nahm die Zahl der Einwohner um rund 400.000 zu – ein Grund für Wohnungsmangel und höhere Mieten in der Bundeshauptstadt.

Brandenburg ist beliebtestes Bundesland für Zuzüge

Von den aktuell 3,76 Millionen Einwohnern Berlins sind laut Statistikamt rund 2,42 Millionen oder 64,4 Prozent Deutsche ohne Migrationshintergrund. Etwa 1,34 Millionen oder 35,6 Prozent haben ausländische Wurzeln; von ihnen haben rund 548.470 einen deutschen Pass. Knapp 793.700 der Berliner sind Ausländer.

2020 war Brandenburg erneut das beliebteste Zielbundesland bei Umzügen. Das Bundesland verzeichnete 2020 ein Wanderungsplus von 19.400 Einwohnern. Seit sechs Jahren ist Brandenburg das beliebteste Bundesland für Zuzüge. „Die Wohnungsknappheit in Berlin, eine gute Verkehrsanbindung sowie günstigere Preise für Mieten und Wohneigentum sind wesentliche Ursachen für Umzüge nach Brandenburg“, so Nico Stawarz vom Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung.