Erstmals seit dem Zweiten Weltkrieg: Potsdam hat offiziell wieder eine Synagoge

Die Synagoge ist Teil des neuen Europäischen Zentrums für Jüdische Gelehrsamkeit. Es wurde nun auf dem Campus der Universität Potsdam am Neuen Palais eröffnet.

Ein Davidstern steht auf dem mit einem Bauzaun abgesperrten Platz an der Ecke Schloßstraße und Friedrich-Ebert-Straße. Das Grundstück war vom Land Brandenburg für den Bau der neuen Synagoge zur Verfügung gestellt worden.
Ein Davidstern steht auf dem mit einem Bauzaun abgesperrten Platz an der Ecke Schloßstraße und Friedrich-Ebert-Straße. Das Grundstück war vom Land Brandenburg für den Bau der neuen Synagoge zur Verfügung gestellt worden.dpa/Carsten Koall

Potsdam-Erstmals seit dem Zweiten Weltkrieg hat die Brandenburger Landeshauptstadt Potsdam wieder eine Synagoge. Sie ist Teil des neuen Europäischen Zentrums für Jüdische Gelehrsamkeit, das am Mittwoch auf dem Campus der Universität Potsdam am Neuen Palais eröffnet wurde. Der Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, Josef Schuster, und die Präsidentin der Europäischen Union progressiver Juden, Sonja Guentner, brachten die Torarollen in die Synagoge ein. Ein weiteres jüdisches Gotteshaus in der Innenstadt ist nach längerem Streit mehrerer jüdischer Gemeinden in konkreter Planung. Die frühere Potsdamer Synagoge war 1938 zerstört worden.

Mit dem neuen Zentrum sind das Institut für Jüdische Theologie und zwei Rabbinerseminare – das Abraham-Geiger-Kolleg und das Zacharias Frankel College – unter einem Dach vereint. Die Eröffnung gilt als ein Höhepunkt im Jubiläumsjahr „1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland“. Der Studiengang Jüdische Theologie besteht in Potsdam seit 2013. In der Kombination aus wissenschaftlichem Studium und dem praktischen Teil ist das Fach nach Angaben der Universität in Europa einzigartig. Für das Zentrum wurden die einstige Orangerie und das historische Nordtorgebäude gegenüber dem Neuen Palais umgebaut.