Barnim - Im Prozess gegen einen 27-Jährigen um einen tödlichen Streit mit einem Mitbewohner in einer Wohnung in Basdorf (Barnim) ist das Urteil gefallen. Das Landgericht Frankfurt (Oder) hat den gelernten Koch wegen Totschlags zu zehn Jahren Haft verurteilt. Dies teilte Gerichtssprecher Jasper Schüler-Dahlke am Montag mit.

Der Vietnamese hatte in dem Prozess gestanden, seinen Landsmann am 9. März in Basdorf (Barnim) mit mehreren Messerstichen getötet zu haben. Dabei hatte er erklärt, aus Notwehr gehandelt zu haben, weil der Mitbewohner ihn angegriffen habe. Dies habe die Kammer aber auf Grund der Spurenlage als widerlegt angesehen, sagte der Gerichtssprecher. Der Mann soll laut Anklage am 9. März seinen Mitbewohner nach einem Streit in der gemeinsamen Wohnung mit insgesamt 15 Messerstichen getötet und teilweise zerstückelt haben. Die Staatsanwaltschaft hatte 13 Jahre Haft wegen Totschlags für den Angeklagten gefordert. Die Verteidigung hatte keine konkrete Strafe beantragt, plädierte jedoch auf einen minder schweren Fall.

Die Einzelteile des Leichnams habe der Angeklagte in einem Rollkoffer verstauen wollen, so die Staatsanwaltschaft. Er sei dabei aber durch ein Klingeln an der Haustür gestört worden und dann bis nach Tschechien geflüchtet. Dort habe er sich zwei Wochen später den Behörden in der Hauptstadt Prag gestellt und gestanden, im Umland von Berlin einen Mann getötet zu haben.