Der Plenarsaal des Europaparlaments
Foto: AP/Jean-Francois Badias

BrüsselEU-Kommissionsvizepräsidentin Dubravka Suica hat angesichts der Corona-Pandemie Unterstützung für einen stärkeren Schutz von Pflegebedürftigen zugesagt. „Wir müssen den Schutz der Schutzbedürftigsten verbessern. Allzu viele Menschenleben sind verloren gegangen“, sagte Suica bei einer Debatte im Europaparlament in Brüssel. Sie sicherte Hilfestellung der EU zu, aktuell werde an Leitfäden für Infektionsprävention etwa in Pflegeeinrichtungen, aber auch in Migrantenzentren gearbeitet.

Mehrere EU-Abgeordnete betonten, dass mehr als die Hälfte der Menschen, die in der EU infolge einer Corona-Infektion ums Leben kamen, in Langzeitpflegeeinrichtungen, Pflegeheimen oder Einrichtungen für behinderte Menschen gestorben seien. Diese Tragödie dürfe sich in den kommenden Monaten nicht wiederholen, so der sozialdemokratische Parlamentarier Pierfrancesco Majorino. Die EU-Kommission müsse sich für ein sozialeres Europa einsetzen und auch die Situation der Pflegekräfte stärker in den Blick nehmen.

Die Abgeordneten forderten unter anderem, dass die EU-Staaten die Kontrolle und die Ausstattung insbesondere von Langzeitpflegeinrichtungen verbessern müssten. Die Betroffenen dort seien zu Beginn der Corona-Krise gleich doppelt schwer getroffen worden - einmal von der Krankheit und dann von der Isolation durch das Kontaktverbot, sagte die französische Abgeordnete Véronique Trillet-Lenoir (LREM). Viele Abgeordnete forderten auch, Besuchsrechte für Angehörige nicht mehr zu sehr einzuschränken. Zudem sprachen sie sich für eine engere länderübergreifende Zusammenarbeit gefordert.