Brüssel - Die EU-Kommission hat die Mitgliedstaaten aufgefordert, die wegen der mutierten Variante des Coronavirus erlassenen strikten Reiseverbote von und nach Großbritannien zurückzunehmen. „Verbote von Flug- und Zugreisen sollten angesichts der Notwendigkeit, essenzielle Reisen zu gewährleisten und Unterbrechungen der Versorgungskette zu vermeiden, ausgesetzt werden“, erklärte die Brüsseler Behörde am Dienstag. Von nicht unbedingt notwendigen Reisen solle aber „abgeraten“ werden.

Die Niederlande wollen Reisende aus Großbritannien und Südafrika in Kürze wieder ins Land lassen. Voraussetzung sei, dass sie ein negatives Corona-Testergebnis vorweisen könnten, sagte die Ministerin für Transport, Cora van Nieuwenhuizen, am Dienstag in Den Haag dem TV-Sender NOS. Reisende müssten dann noch für zehn Tage in Heimquarantäne. Am vergangenen Wochenende hatten die Niederlande ein Einreiseverbot für Passagiere aus Großbritannien verhängt. Damit sollte die Verbreitung einer dort aufgetretenen Virus-Variante verhindert werden. Am Montag war auch ein Einreiseverbot für Passagiere aus Südafrika verhängt worden. In Südafrika ist eine ähnliche Variante aufgetaucht, die aber unabhängig von der britischen entstanden ist.

Auch Frankreich will seine coronabedingte Sperre für Reisende aus Großbritannien lockern. Flugzeuge, Schiffe und der von London aus fahrende Eurostar-Zug könnten vom Mittwochmorgen an wieder verkehren, teilte der Beigeordnete Minister für Verkehr, Jean-Baptiste Djebbari, am Dienstagabend via Twitter mit. Französische Staatsbürger, Menschen mit Wohnsitz in Frankreich und andere autorisierte Reisende müssten einen negativen Corona-Test haben.

„Gute Fortschritte heute und eine Einigung mit der französischen Regierung“, berichtete der britische Verkehrsminister Grant Shapps am Abend. Er kündigte Informationen für Transportunternehmen für den Abend an. Frankreich hatte am Sonntagabend wegen der raschen Ausbreitung einer neuen Variante des Coronavirus einen generellen Stopp für Reisende aus Großbritannien beschlossen. Diese Notmaßnahme wurde auf zunächst 48 Stunden begrenzt.

Am Sonntagabend wurde die Einreise von Flugpassagieren aus Großbritannien an deutschen Flughäfen gestoppt. Es wurden Vorkehrungen für Notübernachtungen getroffen. Am Berliner Flughafen in Schönefeld warten wegen der neuen Beschränkungen für Reisende aus Großbritannien 77 Passagiere auf eine Klärung durch einen Corona-Test. Das Bundesverkehrsministerium verfügte zunächst, dass bis zum 31. Dezember keine aus Großbritannien kommenden Flugzeuge mehr landen dürfen.