Alle 60 Kilometer soll es Ladestellen für E-Autos geben

Bis 2026 soll sich die Zahl der Ladestellen nach dem Willen des EU-Parlaments deutlich erhöhen. Laden soll dann so einfach wie Tanken sein.

Elektrofahrzeug an Ladestation
Elektrofahrzeug an Ladestationdpa/Patrick Pleul

Das Europäische Parlament hat sich für verbindliche Ziele beim Ausbau von Ladestellen für E-Autos ausgesprochen. Bis 2026 soll es mindestens alle 60 Kilometer eine Ladestation für E-Autos auf den größten Straßen in der EU geben, forderten die Abgeordneten am Mittwoch in Straßburg. Mit seiner Entscheidung legte das Parlament seine Position für die Verhandlungen mit den Mitgliedstaaten über eine entsprechende EU-Verordnung fest.

Die Europäische Kommission hatte im Juli vergangenen Jahres den Ausbau der alternativen Ladeinfrastruktur für Autos und Schiffe als Teil des neuen Klimapakets vorgeschlagen. Den Mitgliedstaaten sollen demnach verpflichtende nationale Ausbauziele vorgeschrieben werden. Dies soll dazu beitragen, dass in der EU bis 2030 mindestens 55 Prozent weniger Treibhausgas im Vergleich zu 1990 ausgestoßen wird.

In Straßburg stimmten die Abgeordneten dafür, dass es auch für Lkw und Busse ab 2026 alle 60 Kilometer eine Ladestation geben soll, allerdings nur auf den bedeutendsten Straßen in der EU. Wasserstoff-Tankstellen soll es demnach bis 2028 alle 100 Kilometer geben.

Klimafreundliche Ziele für den Schiffsverkehr

„Das Laden wird so einfach wie das Tanken“, erklärte der SPD-Europaabgeordnete Ismail Ertug, der für das EU-Parlament an den anstehenden Verhandlungen mit den Mitgliedstaaten beteiligt sein wird.

Auch der Schiffsverkehr soll klimafreundlicher gestaltet werden. Die Abgeordneten forderten, dass große Schiffe wie Containerschiffe und Kreuzfahrtschiffe ihre CO₂-Emissionen bis 2025 um zwei Prozent senken müssen und bis 2035 dann um 20 Prozent.

Außerdem sollen Container- und Passagierschiffe ab 2030 an den wichtigsten Häfen in der EU mit Landstrom versorgt werden, um weniger die ölbetriebenen Motoren im Hafen laufen zu lassen und so die Luft weniger zu verpesten.