Berlin -  In Deutschlands größtem Freizeitpark sorgen Besucher-Armbändchen für einen Aufstand auch in den sozialen Medien. Seit Montag hatten die Besucher des Europapark Rust Armbänder in unterschiedlichen Farben erhalten, die den Impfstatus markieren sollten: Weiß für Genese und Geimpfte, Farbig für „nur“ Getestete. 

Dass damit jeder Besucher den Impfstatus der anderen am Handgelenk ablesen kann und dies ein massiver Einschnitt in die Privatsphäre ist, schien den Europapark-Betreibern nicht bewusst zu sein. Laut Bild-Zeitung begründeten sie ihre Armband-Maßnahme damit, dass nach einer „schnellen und praktikablen Lösung“ zur Umsetzung der Corona-Regeln in Baden-Württemberg gesucht worden sei. 

In Baden-Württemberg gilt seit Montag die 3G-Regel 

Dort gilt seit Montag die 3G-Regel: genesen, geimpft oder getestet müssen die Menschen sein, um am öffentlichen Leben teilnehmen zu können. Für Ungeimpfte bedeutet dies, dass sie ein negatives Testergebnis vorlegen müssen, das nicht älter als 24 Stunden sein darf. Ziel des Europaparks sei gewesen, mittels der Armbänder die Kontrolle von mehrtägigen Besuchern zu erleichtern. Während sich der Einlass-Status bei den Geimpften und Genesenen mit weißem Armband nicht verändert, erhielten Getestete täglich ein neues Armband mit wechselnder Farbe.

Nach Druck von Gästen: Europapark schafft Zwei-Klassen-Regelung wieder ab

Die Sprecherin des Europaparks äußerte sich gegenüber Bild und beteuerte, dass die Armband-Maßnahme „in keiner Weise dazu gedacht“ gewesen sei, „Gäste visuell an den Pranger zu stellen“. Doch das haben viele Gäste offenbar anders empfunden, in sozialen Netzwerken kochte die Stimmung.

Der Europapark reagierte auf den öffentlichen Druck und schaffte seine Zwei-Klassen-Regelung wieder ab. Unter seinem letzten Facebook-Post erklärte der Freizeitpark das neue Vorgehen: Künftig erhalten alle Besucher – Geimpfte, Genesene und Getestete – Armbändchen in derselben Farbe. So wird der Impfstatus nicht länger am Handgelenk getragen und bleibt Privatsache. Gegenüber Bild zeigte sich die Sprecherin des Europaparks reumütig: „„Das gehört in der Krise eben auch dazu: Wenn etwas nicht optimal läuft, muss es möglichst schnell geändert beziehungsweise verbessert werden“. Das habe man gemacht.