Paris - Der früheren Adidas-Eigner, Minister, Schauspieler und Fußballmanager Bernard Tapie ist tot. Tapie starb am Sonntag im Alter von 78 Jahren, wie seine Familie der Zeitung La Provence sagte. Einer seiner Söhne bestätigte den Tod auf Instagram mit der kurzen Nachricht: „Auf Wiedersehen, mein Phönix“.

Tapie war in Frankreich eine schillernde Figur. Zuletzt machte er Schlagzeilen wegen eines brutalen Einbruchs bei ihm und davor wegen eines Gerichtsprozesses wegen Veruntreuung öffentlicher Mittel. Der frühere Chef des Fußballklubs Olympique Marseille hatte sich beim Verkauf von Anteilen am deutschen Sportartikelhersteller Adidas Anfang der 1990er-Jahre von der Staatsbank Crédit Lyonnais geprellt gesehen und geklagt.

In einem Schiedsverfahren bekam Tapie 2008 mehr als 400 Millionen Euro Entschädigung zugesprochen. Er soll dabei seine politischen Beziehungen spielen lassen haben. Der Schiedsspruch wurde später aber von einem Zivilgericht aufgehoben.

Bernard Tapie hatte die Vorwürfe stets zurückgewiesen. Er war im Sommer 2019 von den Vorwürfen des Betrugs und der Veruntreuung staatlicher Gelder freigesprochen worden. 

Bernard Tapie: Unter Mitterand Minister für Städtebau

Unter dem sozialistischen Präsidenten François Mitterrand war Tapie in den 90er Jahren Minister für Städtebau. Er war zudem verantwortlich für einen der größten Skandale der europäischen Fußballgeschichte: Wegen der Schmiergeldaffäre um den Verein Olympique Marseille, den er 1986 gekauft hatte, wurde er Ende 1995 zu acht Monaten Gefängnis verurteilt. Schon zuvor musste Tapie Privatinsolvenz anmelden.

Tapie litt seit Jahren an Krebs. In den vergangenen Monaten hatte sich sein Zustand deutlich verschlechtert.