Ein ehemaliger Top-Manager der russischen Gazprombank hat Altkanzler Schröder scharf kritisiert. „Gerhard Schröder ist seit vielen Jahren ein Agent russischer Interessen,“ so Igor Wolobujew in einem Interview mit der Wochenzeitung Die Zeit.

Der gebürtige Ukrainer Wolobujew war Anfang März aus Russland in die Ukraine geflohen, um sich dort der Territorialverteidigung anzuschließen und gegen Russland zu kämpfen. In einem Videointerview mit dem russischen Investigativportal The Insider verurteilte Wolobujew bereits vor einigen Tagen den russischen Angriffskrieg auf die Ukraine. „Ich will mich von meiner russischen Vergangenheit reinwaschen,“ so der ehemalige Top-Manager.

Wolobujew: Verspüre tiefe Schuld

Dass Deutschland sich in den vergangenen Jahren von russischem Erdgas abhängig gemacht hat, sei nach Angaben des Managers, der sechs Jahre für die Gazprombank gearbeitet hat, ein fundamentaler Fehler. „Russland verfügt über zwei Waffen: die Gas- und Ölpipelines – und die Atombombe.“

Europa müsse sich weigern, russisches Gas zu kaufen um Putin zu stoppen, so Wolobujew. Er selbst verspüre daher tiefe Schuld, dass er mehr als 20 Jahre für den russischen Staatskonzern Gazprom tätig gewesen sei.

Altkanzler Schröder steht seit Beginn des russischen Angriffskrieges auf die Ukraine massiv in der Kritik. Er hält weiterhin an seinen Posten als Aufsichtsratsvorsitzender des Ostsee-Pipeline-Betreibers Nord Stream und des Mineralöl- und Gaskonzerns Rosneft (beides russische Staatskonzerne) fest.