Tim Renner, ehemaliger Kulturstaatssekretär von Berlin, bei einer Filmpremiere im Hamburger Bahnhof. 
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BerlinDer frühere Berliner Kulturstaatssekretär Tim Renner will bei der Bundestagswahl im kommenden Jahr für die SPD in Neukölln antreten. Die frühere Bezirksbürgermeisterin und heutige Familienministerin Franziska Giffey und der Kreisvorsitzende Severin Fischer hätten ihn um die Kandidatur gebeten. Das teilte Renner am Freitagabend auf seiner Facebook-Seite mit. „Sie würden gerne gemeinsam mit mir Wahlkampf machen und zusammen für Neuköllner Interessen kämpfen“, schreibt Renner.

In dem Post räumt Renner ein, dass er noch kein richtiger Neuköllner sei, es in Neukölln jedoch um die Zukunft der Stadt Berlin gehe. Er wolle sich einsetzen für die Leute, „die sich von Job zu Job hangeln oder mit befristeten Verträgen als freie Mitarbeiter*innen leben müssen“. Die Digitalisierung wirbele alles durcheinander, weswegen viele Menschen vor Ausbeutung geschützt werden müssten.

Vor dem Hintergrund der jüngsten Geschehnisse um die linke Kiezkneipe Syndikat geht Renner auch auf das Thema Gentrifizierung in Neukölln ein. „Wie üblich wenn Neues kommt, kann das bereichernd sein. Voraussetzung ist, dass man Regeln des Miteinander findet und einhält.“Darüber hinaus will sich der Sozialdemokrat im Bundestag für eine bessere Fahrrad-Infrastruktur in Neukölln einsetzen, die organisierte Kriminalität bekämpfen und gemeinsam mit der Bezirks- und Landesebene gegen rechten Terror im Bezirk vorgehen.

Renner war zuletzt vor der Europawahl 2019 als Spitzenkandidat der Berliner SPD im Gespräch, daraus wurde aber nichts. Bei der Bundestagswahl 2017 hatte der gebürtige Berliner als Kandidat für Charlottenburg-Wilmersdorf den Einzug ins Parlament knapp verpasst.

Anmerkung in eigener Sache: In einer früheren Version hatte die Redaktion geschrieben, dass Tim Renner gebürtiger Hamburger sei. Diese Information hatten wir von der Deutschen Presse Agentur übernommen. Nach einem Hinweis von Tim Renner, dass er gebürtiger Berliner sei, haben wir diesen Fehler nun korrigiert und bitten um Entschuldigung.