Ex-Premier Boris Johnson kandidiert doch nicht erneut fürs Amt

Johnson bewirbt sich trotz des nötigen Rückhalts aus der konservativen Tory-Fraktion nicht wie erwartet um die Nachfolge der scheidenden Premierministerin Liz Truss.

Der ehemalige Premierminister von Großbritannien, Boris Johnson.
Der ehemalige Premierminister von Großbritannien, Boris Johnson.dpa/Daniel Leal

London-Der ehemalige britische Regierungschef Boris Johnson bewirbt sich nicht wie erwartet um die Nachfolge der scheidenden Premierministerin Liz Truss. Obwohl er die notwendige Unterstützung in der konservativen Tory-Fraktion erreicht hatte, habe er sich dagegen entschieden, teilte der Politiker am Sonntagabend mit. Sowohl die BBC als auch der Sender Sky News berichteten am Wochenende übereinstimmend unter Berufung auf eine Johnson nahestehende Insider-Quelle, dieser habe die Schwelle von 100 Unterstützern zusammen und könne damit antreten.

Als Favorit im Rennen um ihre Nachfolge gilt nun Ex-Finanzminister Rishi Sunak. Außerdem ist noch die für Parlamentsfragen zuständige Ministerin Penny Mordaunt im Rennen, die jedoch kaum Chancen haben soll. Noch bis Montagnachmittag können Nominierungen eingehen. Für Rishi Sunak haben sich nach Zählung der BBC bereits mehr als 140 Parlamentarier öffentlich ausgesprochen. Notwendig ist die Unterstützung von mindestens 100 Abgeordneten. Er wolle das Land mit „Integrität und Professionalität“ durch die Krise bringen.

Boris Johnson: „Keine geeinte Partei im Parlament“

Die Tory-Partei sucht eine Nachfolge für die scheidende Premierministerin Liz Truss, die am Donnerstag nach sechs beispiellos chaotischen Wochen im Amt auf Druck ihrer Partei zurückgetreten war. Bis Montagnachmittag (15.00 Uhr MESZ) können Kandidaten ins Rennen gehen.

Zu seinem Rückzug schrieb Johnson: „Ich hätte gute Chancen auf Erfolg in der Parteibasis und könnte womöglich am Freitag zurück in der Downing Street sein.“ Dennoch sei er zu dem Schluss gekommen, dass dies nicht der richtige Weg sei. „Man kann nicht effektiv regieren, wenn man keine geeinte Partei im Parlament hat.“ Leider sei keine Einigung mit seinen Rivalen Sunak oder Mordaunt zustande gekommen. „Ich glaube, dass ich viel zu bieten habe, aber leider ist dies wohl nicht die richtige Zeit“, so der 58-Jährige.