Potsdam - Nach bisherigen Daten des Landesamtes für Statistik können noch keine eindeutigen Angaben dazu gemacht werden, ob in der Corona-Pandemie mehr Menschen in Berlin und Brandenburg gestorben sind. „Dass es viele Corona-Tote gibt, ist klar“, sagte Holger Leerhoff von der Stabsstelle Querschnittsanalysen und Digitale Transformation am Montag bei der Vorstellung des Jahrbuchs 2019 und eines Corona-Dossiers in Potsdam. Allerdings lasse sich anhand der aktuell vorliegenden Daten bis Mitte November bislang weder von einer Übersterblichkeit im Vergleich zu den Vorjahren sprechen, noch davon, dass die Zahlen gleich geblieben seien, so Leerhoff. Verlässliche Angaben könne es nach Angaben des Statistik-Amtes frühestens nach Weihnachten geben. Verglichen wurden die Zahlen aus diesem Jahr mit denen der vergangenen drei Jahre.

Dass noch keine verlässliche Aussage getroffen werden könne liegt laut Leerhoff daran, dass es für die beiden Bundesländer zu wenig Daten gibt. „Das sieht bundesweit anders aus, da gibt es mehr Zahlen“. Denn für die Feststellung einer Übersterblichkeit, also dass mehr Menschen gestorben sind als im Vergleichszeitraum, fließen demnach auch andere Faktoren ein wie Tote bei Verkehrsunfällen.

Nach Angaben der Statistiker sind in den letzten drei Jahren wöchentlich in Berlin rund 670 und in Brandenburg rund 620 Menschen gestorben. In der 46. Kalenderwoche (9. bis 15. November) waren es demnach 645 und in Brandenburg 653 Menschen. In der Hauptstadt lag bei rund zehn Prozent der Toten ein Corona-Zusammenhang vor, in Brandenburg waren es fünf Prozent.