Mittlerweile fliegen Pollen immer länger durch die Luft. Das macht Allergikerinnen und Allergikern in Berlin ganz schön zu schaffen. Allergieforscher Torsten Zuberbier von der Berliner Charité hat in einem Interview mit dem RBB erklärt, warum es in Berlin zum  heftigen Pollenflug kommt.

Zum einen sei der Klimawandel schuld, erläutert der Experte. In den letzten 20 Jahren habe sich der Pollenflug deshalb nicht nur zeitlich ausgedehnt, also früher angefangen und später aufgehört, sondern er sei auch stärker geworden. Das habe mit den milden Temperaturen zu tun. „Wenn Pflanzen bessere Wachstumsbedingungen haben, vermehren sie sich einfach mehr. Pollen sind männliche Samenzellen, und die suchen dann über den Wind getragen irgendwo andere Pflanzen ihrer Art, also Bäume oder Gräser. Und wenn die Witterungsbedingungen gut sind, dann ist dieser Flug eben intensiver“, erklärt der Allergieforscher.

CO₂ füttert die Pflanzen

In Berlin komme jedoch teilweise auch noch eine weitere Problematik hinzu: Eine höhere CO₂-Belastung erschwere demnach den Pollenflug. Zuberbier sagt: „An viel befahrenen Straßen können wir erheblich besseres Pflanzenwachstum messen. CO₂ ist schlichtweg ein Dünger für Pflanzen, Pflanzen atmen CO₂ ein und Sauerstoff aus.“ Früher sei in Berlin etwa der Rasen auf dem Mittelstreifen öfter gemäht worden, heute würden dort die Gräser sprießen – gut für die Umwelt sei das, aber nicht für Allergiegeplagte.

Im Durchschnitt ergebe sich dadurch unter den Bundesländern jedoch kein nennenswerter Unterschied bei der Belastung durch Pollen, so der Experte.