Das Thema Tempolimit wird in Deutschland heftig diskutiert. Für den Emissionsforscher Stefan Hausberger von der Technischen Universität Graz steht der Nutzen eines Tempolimits außer Frage. In einer Folge des „heute wichtig“-Podcasts des Stern-Magazins erklärte er: „Aus Umweltsicht hat ein Tempolimit nur positive Effekte, sie haben weniger Verbrauch und weniger CO2-Emissionen.“

Alternativen zum Tempolimit wie Fahrverbote oder die weitere Preissteigerung von Kraftstoffen hält Hausberger für zu drastisch. Der Emissionsforscher erwähnt zudem auch andere Schäden, die viele Autos und hohe Geschwindigkeiten verursachen: „Ein Tempolimit spart nicht nur CO2 und senkt den Spritverbrauch. Es senkt auch Lärm, Stickoxide und Partikel.“ Die Schadstoffe würden auch der Bevölkerung schaden, da die Luftqualität erheblich sinke.

Debatte über Tempolimit flammt wieder auf

Das Tempolimit von 130 km/h nannte Hausberger einen „politischen Kompromiss“. „Ökologisch wäre 80 das Beste, aber das ist sicher nicht mehrheitsfähig.“

Im Koalitionsvertrag von SPD, Grünen und FDP setzte sich die FDP durch. Das Tempolimit wurde nicht eingeführt. Angesichts der gestiegenen Preise und einem möglichen Stopp russischer Energieimporte flammte die Debatte neu auf. Der Grünen-Politiker Anton Hofreiter forderte unter anderem ein Tempolimit um bei einem Embargo gegen russische Energielieferungen Versorgungslücken vorzubeugen.

Einer aktuellen Umfrage zufolge ist die Mehrheit der Deutschen für ein Tempolimit von 130 Stundenkilometern auf Autobahnen. 57 Prozent der Befragten äußerten sich gegenüber einem Tempolimit zustimmend, 33 Prozent gaben an, gegen ein Tempolimit zu sein.