Auch Verschwörungserzähler gehen mit der Zeit. Durch den aktuellen Ukraine-Krieg verschiebt sich ihr Leitthema von Corona-Mythen und Impfgegnerschaft hin zu Kreml-Propaganda. Dies berichtet das Magazin Der Spiegel unter Berufung auf die große Beratungsstelle Sekten-Info NRW. Deren Experten helfen Angehörigen von Verschwörungsgläubigen und beobachten derzeit, dass sich „das Narrativ der Betroffenen“ verändert.

„Corona rückt zunehmend in den Hintergrund, dafür nimmt die Kreml-Propaganda, der zufolge die Ukraine von Nationalsozialisten beherrscht wird und die Nato die aggressive und kriegstreibende Partei ist, mehr Raum ein“, sagte der Theologe Christoph Grotepass, Referent von Sekten-Info NRW, dem Spiegel. Verschwörungsideologen seien Sachthemen nicht so wichtig, es gehe darum, Protest und Feindbilder zu transportieren. Dieser Eindruck werde von anderen Beratungsstellen geteilt, so der Spiegel.

Störer beschimpfen Grüne als „Nazis“ und „Kriegstreiber“

Gruppen von Verschwörungsgläubigen greifen aktuell immer wieder in den laufenden Wahlkampf in Nordrhein-Westfalen ein: Demonstranten, unter ihnen auch Impfgegner und Putin-Fans, stören Veranstaltungen und beleidigen beispielsweise die Grünen als „Nazis“ und „Kriegstreiber“.