Strom- und Gaspreise liegen in Deutschland derzeit auf Rekordniveau. Menschen in Ostdeutschland geben einen besonders großen Anteil ihres Einkommens für Energiekosten aus. Laut einer Erhebung des Vergleichsportals Check24 müssen etwa Berlinerinnen und Berliner 7,1 Prozent des verfügbaren Einkommens dafür aufwenden. Westdeutsche verwenden indes im Schnitt 6,1 Prozent ihrer Kaufkraft für Strom und Gas. Bei Ostdeutschen war es im Schnitt rund ein Fünftel mehr. Am größten war die Belastung für die Menschen in Thüringen und in Sachsen, gefolgt von Berlin.

„In den ostdeutschen Bundesländern wird ein größerer Teil des verfügbaren Einkommens für die Energiekosten fällig“, erklärt der Geschäftsführer im Bereich Energie bei Check24, Steffen Suttner. Ein Grund sei, dass die Kaufkraft im Osten im Schnitt zwölf Prozent niedriger sei als im Westen. „Gleichzeitig zahlen ostdeutsche Verbraucher:innen auch absolut mehr für Energie – zum Beispiel aufgrund höherer Netznutzungsentgelte“, so Suttner weiter.

Energiekostenquote in Hamburg und Bayern am geringsten

Insgesamt stiegen die Energiepreise seit 2020 deutlich stärker als die Kaufkraft: Diese nahm seit 2020 im Schnitt um 4,3 Prozent zu, die Strompreise erhöhten sich im gleichen Zeitraum jedoch um 33 Prozent, der Gaspreis sogar um 109 Prozent. „Mit sparsamem Verhalten und dem Wechsel zu günstigeren Anbietern konnten Verbraucher:innen diese Entwicklung lediglich abmildern“, erklärte Suttner.

Mit den steigenden Energiepreisen sei auch der Anteil des Einkommens gestiegen, den Menschen für Energie aufbringen müssen. Dieser lag im bundesweiten Durchschnitt zuletzt bei 6,3 Prozent, im Vorjahr lag diese Quote bei lediglich vier Prozent, im Jahr 2020 bei 3,9 Prozent. Während die Menschen in Thüringen und Sachsen mit 8 Prozent beziehungsweise 7,7 Prozent die höchste Energiekostenquote hatten, mussten Menschen in Hamburg und Bayern mit 4,9 Prozent beziehungsweise 5,3 Prozent einen deutlich geringeren Anteil ihres Einkommens für Energie ausgeben.