Berlin - Nach einer Explosion auf einem Hinterhof in Schöneberg gab es eine Festnahme. Direkt vor einem Wohnhaus soll am Donnerstagabend gegen 20.30 Uhr eine Rohrbombe detoniert sein. Anwohner alarmierten die Polizei. Spezialisten durchsuchten den Hof und fanden einen zweiten Sprengsatz, der nicht explodiert war.

Wie die Polizei mitteilte, konnten Polizisten bereits nach kurzen Ermittlungen einen 29-jährigen Verdächtigen festnehmen, als er versuchte, aus dem Wohnhaus zu flüchten. Da die Tür zu einer Wohnung verschlossen war, wurde ein Spezialeinsatzkommando angefordert.

SEK-Beamte stürmten dann die Wohnung. „Zur Sicherheit der Anwohnenden kam es für etwa eine Stunde zu Evakuierungen der anliegenden Häuser“, sagte ein Polizeisprecher. Sie kamen vorübergehend in bereitgestellten BVG-Bussen unter. Kriminaltechniker beschlagnahmten im Innenhof die Überreste der Explosion, den zweiten Sprengsatz sowie Chemikalien, die in der Wohnung des Tatverdächtigen gefunden wurden.

Wie der Polizeisprecher sagte, prüfen die Ermittler einen Zusammenhang zu anderen Sprengstoffdelikten in der Gegend. Erst am 20. Januar 2021 war in der Fritz-Reuter-Straße in Schöneberg ein ähnlicher Sprengsatz an einem Baustellenschild explodiert. Umherfliegende Trümmerteile beschädigten mehrere Fensterscheiben und Autos. Rund 50 Anwohner mussten mitten in der Nacht ihre Wohnungen verlassen.