Ein Löschhubscharuber fliegt nach der Explosion über den Hafen von Beirut im Libanon. 
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BerlinBei einer Pressekonferenz im Weißen Haus hat US-Präsident Donald Trump die Explosionen in Beirut mit mindestens 73 Toten und fast 3000 Verletzten als „Angriff“ bezeichnet. Das berichten mehrere US-amerikanische Medien, darunter auch der Nachrichtensender CNN, der die Pressekonferenz übertrug. Trump berief sich dabei auf ein Gespräch mit hochrangigen Generälen der US-amerikanischen Streitkräfte. 

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„Ich habe einige unserer großartigen Generäle getroffen, und sie schienen das Gefühl zu haben, dass es das (ein Angriff) war“, sagte Trump auf die Nachfrage einer Journalistin. „Das war, es scheint ihnen zufolge zu sein, und sie wissen es besser als ich, aber sie scheinen zu glauben, dass es ein Angriff war.“ Seine Generäle seien der Meinung, „es war eine Bombe, ja“. Dafür habe die Art der Explosion gesprochen, sagte Trump weiter. 

Aus dem US-Verteidigungsministerium hieß es nach Aussagen von drei namentlich nicht genannten Mitarbeitern wenig später hingegen, man wisse nicht, wovon Trump hier gesprochen habe. Das berichtet CNN. Nach Angaben der Mitarbeiter gebe es keine Hinweise auf einen Angriff. In der libanesischen Regierung habe es zudem „Bedenken“ über die Benutzung der Vokabel „Angriff“ durch Donald Trump gegeben, so CNN weiter. 

Die libanesische Regierung hatte zunächst mitgeteilt, möglicherweise hätten 2750 Tonnen Ammoniumnitrat die verheerende Detonation verursacht. Ein politischer Anschlag wurde von offizieller Seite der libanesischen Regierung bisher ausgeschlossen.

Das Ammoniumnitrat sei seit sechs Jahren ohne besondere Vorsichtsmaßnahmen in einem Lager im Hafen von Beirut gelagert worden, sagte der libanesische Regierungschef Hasan Diab nach Angaben eines Sprechers am Dienstag. Ammoniumnitrat kann auch bei der Herstellung von Sprengstoff verwendet werden. Lokale Nachrichtensender berichteten zudem, dass an dem Ort der Explosion im Hafen von Beirut Feuerwerkskörper gelagert worden seien.