Leverkusen - Die Explosion im Chempark Leverkusen hat vermutlich sieben Menschen das Leben gekostet. Das teilte Frank Hyldmar, CEO der Betreiberfirma Currenta, am Mittwoch auf einer Pressekonferenz mit. Zwei Leichen seien bereits geborgen worden, ein Currenta-Mitarbeiter und ein Mitarbeiter einer externen Firma. Es gebe noch insgesamt fünf Vermisste, so Hyldmar. „Und wir müssen leider davon ausgehen, dass wir die Vermissten nicht lebend finden.“ Unter den Vermissten seien vier Currenta-Mitarbeiter und einer eines externen Unternehmens.

Ähnlich äußerte sich ein Sprecher des Chemparks am Mittwochmorgen. Mit zunehmender Dauer und auch zunehmender Annäherung der Einsatzkräfte an den Brandherd verringere sich die Wahrscheinlichkeit, Überlebende zu finden. „Es hat sich um eine heftige Detonation gehandelt, die zu einer großen Schadenslage geführt hat“, verdeutlichte der Sprecher. Beim Löschen sei zudem Schaum zum Einsatz gekommen. Deshalb sei dieser Bereich unübersichtlich. Das erschwere auch die Suche nach den Vermissten. Feuerwehrleute seien weiterhin vor Ort. Der Einsatz dauere an.

Ein Mensch schwebt noch in Lebensgefahr

31 Menschen wurden am Dienstagvormittag bei der Explosion mit anschließendem Großbrand in Leverkusen verletzt. Davon schwebt ein Mensch, nach Angaben von Chempark-Leiter Lars Friedrich, noch in Lebensgefahr.

Laut Werksleitung ereignete sich die Explosion im Tanklager der Sondermüllverbrennungsanlage des Chemieparks, in der Produktionsrückstände der dort ansässigen Firmen gesammelt und entsorgt werden. Drei Tanks mit organischen Lösungsmitteln gerieten in Brand.

Die gewaltige Explosion, die nach Zeugenberichten im Umkreis von vielen Kilometern zu hören war, ereignete sich im Tanklager des Entsorgungszentrums Bürrig. Die Ursache für die Explosion war zunächst weiter unklar. Das Unternehmen rechnete damit, dass es noch einige Zeit dauern könnte, bis es erste Erkenntnisse gibt. Der Chempark ist nach Unternehmensangaben einer der größten Chemieparks Europas. An den insgesamt drei Standorten Leverkusen, Dormagen und Krefeld-Uerdingen sind mehr als 70 Firmen angesiedelt.

Staatsanwaltschaft nimmt Ermittlungen auf

Die Staatsanwaltschaft hat unterdessen ein Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts auf fahrlässige Tötung eingeleitet. Zudem werde wegen fahrlässigen Herbeiführens einer Sprengstoffexplosion ermittelt, teilte die Behörde am Mittwoch mit. Der Vorwurf richte sich gegen unbekannt.

Ein Sprecher sagte, es gehe darum, zu prüfen, ob menschliches Fehlversagen zu der Detonation geführt haben könnte. Bei der Kölner Polizei wurde dafür auch eine Ermittlungsgruppe eingerichtet.