Explosion in Wohnblock: Mehrere Tote auf britischer Kanalinsel Jersey

Videos in den sozialen Medien zeigen einen riesigen Feuerball. Die Detonation wurde wohl durch Gasleck ausgelöst. 

Feuerwehr löschen von einer Drehleiter aus ein großes Feuer (Symbolbild). 
Feuerwehr löschen von einer Drehleiter aus ein großes Feuer (Symbolbild). Imago/Marius Schwarz

Nach einer schweren Explosion in einem Wohnblock auf der britischen Kanalinsel Jersey am Samstag ist die Zahl der Toten nach Behördenangaben auf mindestens drei gestiegen. Mehrere weitere Menschen würden noch vermisst, teilten die Behörden mit. Als mutmaßliche Ursache der Explosion, die sich gegen 4 Uhr Ortszeit (5 Uhr MEZ) in der Hafenstadt Saint Helier ereignete, nannte Jerseys Regierungschefin Kristina Moore ein Gasleck.

Aufnahmen von Sicherheitskameras zeigten, wie ein Feuerball das dreistöckige Gebäude erfasste, gefolgt von dichtem Rauch. Jerseys Gasversorger Island Energy erklärte, zusammen mit der Feuerwehr werde daran gearbeitet, den Vorfall aufzuklären. Nach Angaben von Jerseys Polizeichef Robin Smith war die Feuerwehr ausgerückt, nachdem Anwohner Gasgeruch gemeldet hatten.

Smith sprach von „etwa einem Dutzend“ vermisster Menschen, die genaue Zahl stehe aber nicht fest. Das betroffene Gebäude sei „vollständig eingestürzt“, erklärte er. Ein weiterer nahegelegener Wohnblock sei beschädigt worden.

Nach Angaben der Polizei wurden „Spezialkräfte“ mobilisiert, um unter den Trümmern eingeschlossene Menschen zu finden. Unterstützt würden sie dabei von einem Such- und Rettungsteam aus Südengland. Das Feuer wurde im Lauf des Samstags gelöscht, die Rettungskräfte waren nach Polizeiangaben weiterhin am Ort des Geschehens im Einsatz. Die Rettungsarbeiten könnten demnach noch Tage dauern.

Jerseys Regierungschefin Moore drückte ihr Beileid aus und sagte, dass für die durch die Explosion obdachlos gewordenen Bewohner eine Unterkunft gefunden werde.

Der Vorfall ist der Tiefpunkt einer tragischen Woche für Jersey, das als Kronbesitz direkt der britischen Krone unterstellt, aber nicht Teil des Vereinigten Königreich ist. Am Freitag hatte die Küstenwache die Suche nach drei seit fast 36 Stunden vermissten Fischern eingestellt, deren Boot mit einem Frachtschiff zusammengestoßen und gekentert war.