BerlinMehr als zweieinhalb Jahre nach dem tödlichen Zusammenstoß eines Funkstreifenwagens mit dem Auto der 21 Jahre alten Fabien Martini beginnt am Dienstag (9.15 Uhr) der Prozess gegen den Berliner Polizisten Peter G. Dem heute 53-Jährigen wird fahrlässige Tötung vorgeworfen.

Fabien Martini starb am 29. Januar 2018. Die junge Frau wollte mit ihrem Auto auf dem Mittelstreifen der Grunerstraße in Mitte einparken, als ihr Fahrzeug von einem mit Blaulicht fahrenden Streifenwagen gerammt wurde. Fabien Martini starb noch am Unfallort.

Ermittlungen hatten ergeben, dass der von Peter G. gelenkte Streifenwagen mit einer Geschwindigkeit von 130 Kilometern pro Stunde aus dem Tunnel am Alexanderplatz gefahren war. Der Beamte war mit dem Streifenwagen gegen 13 Uhr mit Blaulicht und Martinshorn auf dem Weg zu einem Einsatz – zu einem Raub in der Mall of Berlin. Mit Tempo 93 soll der Opel Zafira in den Renault Clio von Fabien Martini gerast sein.

Patientenakte des Polizisten darf nicht als Beweismittel verwendet werden

Laut Gericht geht es nicht um Gefährdung des Straßenverkehrs durch Alkohol am Steuer. Diesen Anklagepunkt der Staatsanwaltschaft ließ das Gericht nicht zu. Die beschlagnahmte Patientenakte des Polizisten darf demnach nicht als Beweismittel verwendet werden.

Der Fall hatte öffentlich hohe Wellen geschlagen. Erst Monate nach Beginn der Ermittlungen wurde bekannt, dass eine im Krankenhaus genommene Blutprobe von Peter G. Alkohol enthalten haben soll. Es kam der Verdacht auf, dies habe vertuscht werden sollen. Die Polizei hatte direkt nach dem Unfall keinen Alkoholtest gemacht.

Wegen der Corona-Pandemie war der Prozess am Amtsgericht Tiergarten verschoben worden, er sollte nach langen Ermittlungen ursprünglich im März beginnen.