Facebook steht seit Jahren in der Kritik, nicht genug Steuern in der EU zu zahlen.
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ParisFacebook und die französische Regierung haben sich in einem „Steuerstreit“ auf eine Nachzahlung von 106 Millionen Euro geeinigt. Das teilte das Unternehmen am Montag mit. Die Steuernachzahlung für seine Tochtergesellschaften in Frankreich beziehe sich auf die Jahre 2009 bis 2018. Das Haushaltsministerium in Frankreich äußerte sich unter Verweis auf das Steuergeheimnis nicht zu der Erklärung.

Die Besteuerung großer Internetunternehmen ist seit Jahren ein Streitthema. US-Konzerne wie Facebook zahlen in Europa bislang kaum Steuern. Frankreich hatte 2019 eine Digitalsteuer von drei Prozent auf den Umsatz großer Internetkonzerne eingeführt. Die US-Regierung kritisierte sie als „unfair“. Im Januar 2020 beschloss die französische Regierung, die Erhebung der Steuer bis Ende des Jahres auszusetzen.

Die Steuer in Frankreich ist nur als Übergangslösung gedacht, bis es eine internationale Einigung bei dem Thema gibt. Darüber laufen Verhandlungen innerhalb der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD), die bisher aber wenig vorankommen.