In Berlin haben sich Arbeitgeber und Gewerkschaften nach mehrtägigen Verhandlungen auf mehr Geld und Entlastung für die rund 330.000 Beschäftigten im Sozial- und Erziehungsdienst geeinigt. Die Beschäftigten erhalten monatliche Zulagen je nach Berufsgruppe zwischen 130 und 180 Euro sowie zwei pauschale Entlastungstage, wie die Gewerkschaft Verdi, der Deutsche Beamtenbund und die Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände (VKA) am Mittwochabend bekanntgaben. Zudem erhalten die beschäftigten die Option, Teile ihres Gehalts in zwei weitere Entlastungstage umzuwandeln.

Die Seiten hatten seit Montag in der dritten Tarifrunde miteinander verhandelt. „Das ist ein weiterer maßgeblicher Schritt, um die Berufe im Sozial- und Erziehungswesen attraktiver zu machen und wirksam gegen Fachkräftemangel vorzugehen“, sagte Verdi-Chef Frank Werneke. Für den Fall, dass keine Einigung gelingt, hatte die Spitze der Gewerkschaft mit neuen Streiks gedroht.

Die Tarifeinigung hat eine Laufzeit bis Ende 2026

Die Einigung werde „der gesellschaftlichen Bedeutung“ und den Anforderungen der Arbeit als Sozialarbeiter und Erzieher „gerecht“ und stelle „die Handlungsfähigkeit der Kommunen“ sicher, erklärte Karin Welge, Präsidentin und Verhandlungsführerin der VKA. Die Tarifverhandlungen seien alles andere als einfach und teilweise enorm festgefahren gewesen. Die Einigung hat eine Laufzeit bis Ende 2026.

Die Tarifverhandlungen betrafen unter anderem Beschäftigte in Kindertagesstätten, der Behinderten- und der Jugendhilfe. In den vergangenen Wochen organisierte die Gewerkschaft zahlreiche bundesweite Warnstreikaktionen.