Berlin - Mit einer großen Fahrrad-Demo auf der A100 in Berlin haben mehrere Hundert Menschen am Sonnabend gegen den Autobahn-Ausbau protestiert. Zu der Aktion aufgerufen hatte das Bündnis „A100 stoppen“. Die Demonstration, die vom Hermannplatz über die Stadtautobahn und weiter bis Mitte führte, richtete sich zugleich gegen die Abholzung des Dannenröder Forstes in Hessen und den dort geplanten Ausbau der A49. 

Eine ähnliche Fahrrad-Demo auf der A100 in Berlin hatten die Autobahn-Gegner bereits vor zwei Wochen abgehalten. Damals kamen rund 1000 Umweltschützer zum Protestieren. Hintergrund: Die seit vielen Jahren umstrittene Autobahn wird bis 2023 von der Neuköllner Grenzallee bis zur Straße am Treptower Park verlängert. Darin sehen die Demonstranten ein Zeichen des „Autowahns“, wie es in einem Protest-Aufruf heißt. 

„Wir sind dagegen, das im Jahr 2020 noch neue Autobahnen gebaut werden“, sagte eine Demonstrantin am Sonnabend in einem Redebeitrag. Es sei „völliger Irrsinn“ in Zeiten der nahenden Klima-Katastrophe noch neue Schnellstraßen zu errichten. Die Politik müsse in den öffentlichen Personennahverkehr, in Fahrradwege und Fernzüge investieren.

Die Rednerin sprach sich auch gegen Polizisten im Dannenröder Forst aus, die rücksichtslos gegen die dortigen Aktivisten vorgingen. Die Waldbesetzer würden, wie die Rednerin sagte, „von der Polizei aus den Bäumen geprügelt“.

Foto: Eric Richard
Auf dem Protestschild der Demonstrantin steht: „Wir lassen uns die Zukunft nicht wegbaggern.“